Konzerte & Party

Rocko Schamoni im Heimathafen

Rocko Schamoni

tip Ein Album mit Orchesterbegleitung hat man von Rocko Schamoni nicht erwartet. Seit wann fasziniert Sie diese Musik?
Rocko Schamoni Zusammen eingesetzte Streicher ergeben das schönste Instrument, das ich mir vorstellen kann. Ich hätte so ein Album schon gerne früher gemacht, aber da gab es keine guten Arrangeure, die ich kannte, und auch kein Geld. Mit Sebastian Hoffmann haben wir nun einen gefunden, der das Ganze so umgesetzt hat, wie ich es mir gewünscht hatte.

tip Eigentlich war die Musik für eine Live-Gala gedacht, die am Ende nicht stattfand …
Rocko Schamoni Als die Ruhrfestspiele ohne Grund abgesprungen sind, standen wir mit den gespendeten Summen aus dem Crowdfunding für die Platte da. Das waren immerhin 42.000 Euro. Es wäre peinlich gewesen, das stillschweigend zu begraben.

tip Sie stellen eher unbekannte Songs von Ton Steine Scherben, Manfred Krug, F. S. K. und anderen vor. Wird die eigene Popkultur in diesem Land nicht genügend gewürdigt?
Rocko Schamoni Es geht mir um eine Kulturpflege, die in anderen Ländern stark vorhanden ist. In Frankreich und England bauen sich aus Musik Identität und Volksbefindlichkeit auf. Das ist in Deutschland aufgrund von Krieg und Nationalsozialismus schwieriger. Deshalb gerät vieles in Vergessenheit. Das sollte aber nicht passieren, wenn man bedenkt, wie viele großartige Songs es gibt.

tip Mit welcher Besetzung gehen Sie auf Tournee?
Rocko Schamoni Es werden 20 Musiker auf der Bühne stehen. Das sind alles Profis. Wenn man ihnen etwas vorlegt, spielen sie es präzise so nach, wie es vorgegeben ist. Für mich als Mann mit Punk-Vergangenheit ist das eine ungewohnte Erfahrung. Aber wenn ich höre, wie hingebungsvoll diese Leute agieren, bin ich hin und weg.

Interview: Thomas Weiland

Foto: Kerstin Behrendt

Rocko Schamoni, Heimathafen, Karl-Marx-Straße 141, Neukölln, Do 18.6., 21 Uhr, VVK: 25 Euro zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren