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Rocky Votolato im Magnet

Rocky Votolato

Vor nicht allzu langer Zeit kämpfte der Singer-Songwriter noch mit einer schweren Depression. Heute hat der 35-jährige Familienvater und einstige Harcore-Punk (Waxwing) die dunklen Gedanken abgeschüttelt und konzentriert sich auf die positiven Dinge im Leben. Sein neues Album „Television Of Saints“ verkörpert für ihn diese bedeutende Entwicklung.

tip Woraus hast du bei der Arbeit an deinem neuen Album die meiste kreative Energie gezogen?
Rocky Votolato Die größte Inspiration ging von den Menschen aus, die ich liebe. Die Beziehung zu meiner Familie, meinen Freunden und Fans inspiriert mich und das transportiert dieses Album viel mehr als alle anderen.

tip Seit deiner letzten Platte „True Devotion“ sind gerade einmal zwei Jahre vergangen, doch inwieweit hat sich deine Persönlichkeit seit dem letzten Album verändert?
Rocky Votolato „True Devotion“ ist in einer Zeit entstanden, als ich mit vielen persönlichen Problemen zu kämpfen hatte und ich denke, diese Erfahrungen haben mich stärker gemacht. „Television Of Saints“ wirkt wie das Licht am Ende eines sehr langen, dunklen Tunnels. Es fühlt sich so gut an, dieser Dunkelheit endlich zu entfliehen und das Album reflektiert diese Veränderung in meinem Leben.

tip In welcher Hinsicht bist du zäher, als die meisten Menschen vermuten würden?
Rocky Votolato (lacht) Es hat mich selbst überrascht, dass ich bei all dem Touren mittlerweile echt hart im Nehmen bin. Als Musiker der Arbeiterklasse bin ich die meiste Zeit ohne jeden Komfort durch die Welt gereist. Das härtet dich ab – nun ja, zumindest jammere ich heute weniger darüber.

tip Was kannst du jungen Leuten, denen du ein Vorbild bist, von deiner heutigen Sicht auf das Leben mit auf den Weg geben?
Rocky Votolato Alles, was wir tun, hat einen Einfluss auf die Menschen, die uns umgeben. Es ist wichtig, das im Hinterkopf zu haben, wenn wir handeln. Niemand ist perfekt und ich habe weiß Gott viele Fehler gemacht, aber daraus zu lernen, das ist entscheidend. Ich würde den Leuten sagen, versucht nicht über andere zu urteilen, wenn ihr sie so akzeptiert, wie sie sind, werdet ihr selbst zufriedener sein. Junge Menschen haben es heute schwer, aber sollen wissen, dass es okay ist, man selbst zu sein. Als Musiker habe ich das gelernt.

tip Welche Bands haben dich durch die Pubertät gebracht?
Rocky Votolato Jawbreaker war eine der ersten Bands, die ich live erlebt habe und an dem Abend, als ich sie auf der „24 Hour Revenge Therapy“-Tour spielen, sie auf der Bühne herum springen sah, habe ich entschieden, dass ich für den Rest meines Lebens Musiker sein will. Die andere Band, die mir durch die High-School-Zeit geholfen hat, ist Fugazi. Ian MacKayes DIY-Moral hat sich bis heute bei mir eingeprägt.

tip Was sind deine neuen Lieblingsbands und Künstler?
Rocky Votolato Ich höre sehr selten neue Musik, also ist „neu“ in diesem Fall ein dehnbarer Begriff: Jeff Pianki, mewithoutYou, CALLmeKAT, Katy Perry, Kimbra.

tip Welches Buch bedeutet dir mehr als nur Unterhaltung?
Rocky Votolato „Der Alchemist“ von Paulo Coelho ist eine Art Reisebericht, ich habe mich sehr mit der Philosophie darin identifizieren können. Dieses Buch hat mein Leben verändert.

tip Wenn du dir ein zusätzliches Talent wünschen könntest, was würdest du wählen?
Rocky Votolato Ich würde gern Kung Fu können. Das wollte ich immer lernen, aber wenn ich es ohne das ganze harte Training haben dürfte, wäre es umso besser!

Text: Christine Stiller

Foto: Bjorn Lexius

Rocky Votolato, Magnet, Di 20.03., 21 Uhr

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