Elektronik-Legende

Roedelius spielt im Roten Salon

Der Klaviervirtuose und Nicht­pianist Roedelius trifft auf Arnold Kasar

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Hans-Joachim Roedelius ist das, was man einen Krautrock-Pionier nennt. Doch das Etikett wird dem 82-Jährigen lange schon nicht mehr gerecht. Es stimmt, dass er einst die grob zum Krautrock zählenden Formationen Kluster und Harmonia gründete, aber schnell ließ sich seine Musik, die immer getrieben war von einer scheuklappenlosen Suche nach dem Klang und der Lust am Experiment, nicht mehr in Schubladen pressen.
In den vergangenen Jahren wurde nun vor allem die Klavierimprovisationen des in Wien lebenden Roedelius wiederentdeckt. Roedelius hatte sich das Instrument in den 80er-Jahren autodidaktisch erschlossen – und das hört man bis heute. Sanft tastend, vorsichtig, unsicher wirbt er ums Klavier wie ein frisch Verliebter. Nur selten verirrt er sich in klassische Klischees, denn Hans-Joachim Roedelius ist kein Pianist. Aber keiner spielt das ­Piano so wie er.
Wenn er nun wieder nach Berlin kommt, ist es das erste Mal seit einem Festival im Haus der Kulturen, das 2015 ihm zu Ehren organisiert worden war. Damals spielte der Altmeister das Eröffnungskonzert zusammen mit dem Berliner Pianisten Arnold Kasar, der in derselben Klangforschertradition steht wie Roedelius. In der Zwischenzeit hat man ein gemeinsames Album aufgenommen und auch im Roten Salon wird Kasar die Legende unterstützen.

Roter Salon Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte, Mo 16.1., 20 Uhr, VVK 19 €

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