Konzerte & Party

Rumer im Postbahnhof

Rumer

„Wenn Burt Bacharach sagt, dass Du gut bist, dann stimmt das.“ Das Lob vom über achtzigjährigen Großmeister des Blue-Eyed-Soul ist ein Ritterschlag, den die Songwriterin und Sängerin nach einer gemeinsamen Session in L.A. bekam. Ansonsten aber ist Sarah Joyce alias Rumer alles andere als ein selbstbewusster Mensch. Trotz der Senkrechtkarriere, die mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Seasons Of My Soul“ im Herbst 2010 einsetzte, fühlt sich die Londonerin allein in ihrer Musik wirklich wohl. Dann schließt sie die Augen, atmet ruhig und tief und begibt sich immer wieder aufs Neue in die Gefühlswelt, die ihre selbst komponierten Stücke eröffnen. Ihr bewegtes Leben gleicht einer Berg- und Talfahrt. Geboren in Pakistan als siebtes Kind eines englischen Ingenieurs, musste sie entdecken, dass nicht er, sondern der einheimische Koch ihr leiblicher Vater war, was später, zurück in London, dazu führte, dass Mitschüler sie als „Paki“ verhöhnten. Ihre Rettung wurde Aretha Franklin, die sie im Walkman auf dem Schulweg tröstete. Rumers Song „Aretha“ spricht vielen aus dem Herzen. Ihre Melancholie wird durch keine aufgesetzte Fröhlichkeit gestört, dafür wird sie vom Publikum geliebt und von den Kritikern ein wenig belächelt. Die achtköpfige Band aber hat sie im Griff und auch die geschickt gewählten Fremdsongs, unter anderem von Gil Scott-Heron und Laura Nyro, passen zu ihr wie ein Handschuh. Der Eleganz und der Schönheit verpflichtet, das kennt man so sonst nur von Sade.

Text: Christine Heise

Rumer + Jenny Lindfors, Postbahnhof, Fr 17.6., 20 Uhr, VVK: 24 Euro

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