Konzerte & Party

The Runaway Brides im Kaffee Burger

Wie nahtlos der Übergang zwischen Bluegrass, Swing und Rockabilly sein kann, zeigten zuletzt überzeugend Kitty, Daisy & Lewis. Die akustischen Uptempo-Nummern der Runaway Brides strotzen ebenso vor Vitalität, wobei ihnen die prominent eingesetzte Fiddle einen weit stärkeren Country-Anstrich verleiht. Und der kommt bei dem 2006 gegründeten Quartett – von den drei Amerikanerinnen stammen zwei aus Kentucky – aus erster Hand. Dank des rhythmischen Geflechts aus Westerngitarre, Waschbrett, Mandoline und Kon­trabass gelingt es April Walz, Trinity Sarratt, Laura Bean und Iris Romen auch ohne Schlagzeug, ihre Zuhörer zu spontanen Tanzeinlagen zu animieren. So schon gesehen auf der Admiralsbrücke, wo sich zwei Sommer lang eine ganze Reihe durchreisender Old-Time-Music-Begeisterter einfand, ehe sich Anwohner über Lärm beschwerten und der Free-­Fes­ti­val-Atmosphäre ein Ende bereiteten. Mittlerweile haben die straßenmusikerprobten Frauen sowohl im ZDF Morgenmagazin als auch auf bundesdeutschen Country-Fachmessen (die nächste findet am 12. März im Postbahnhof statt) für Munterkeit gesorgt. Ende Februar stehen zudem zwei Support-Gigs für Boss Hoss in Mannheim und Erfurt auf dem Programm. Anders als jene Gastgeber vertrauen die Runaway Brides aber ganz auf ihre
eigenen Songwriter-Qualitäten. Und da wird schon mal gerne bissig jene Sorte Mann beschrieben, die erst im benebelten
Zustand damit aufhört, an der Freundin herumzumäkeln („When Johnny Wal­ker calls / you only lis­ten to your balls“). Damit knüpfen sie – nicht zuletzt auch dank der brillanten mehrstimmigen Umsetzung – an die bes­ten Momente der Dixie Chicks an, die den Bluegrass-Pfad ja leider wieder verlassen haben.
Text: Markus von Schwerin


The Runaway Brides

im Kaffee Burger, Fr 19.2., 22 Uhr,
AK: 5 Ђ

Mehr über Cookies erfahren