Konzerte & Party

Rush in der O2 World

Rush

In 40 Jahren brachten Rush gute und weniger inspirierte Platten heraus. Bei 19 Alben bleiben Qualitätsschwankungen nicht aus, das ist nur menschlich. Doch selbst in mauen Zeiten rissen sich die Fans der Hardrock-Instanz aus Toronto die Konzerttickets aus den Händen. Berühmt sind ihre rund drei Stunden langen Shows, in denen sich das Trio in überbordende Rock-Epen um komplexe harmonische Folgen, kaskadenhafte Gitarrensoli und ständige Wetterwechsel vertieft. Es gab Zeiten, da wurden Rushs elaborierte Kopfgeburten als Glaubenssache unter Prog-Jüngern belächelt. Doch das Genre erlebt derzeit einen zweiten Frühling mit Bands wie Porcupine Tree, Coheed And Cambria oder auch Mastodon. Verschachtelte Rhythmen mit Jazz-Infusion, verschraubte Gitarrensoli und Bassläufe samt philosophischer Album-Themen sind wieder en vogue. Und so haben auch Rush neues Publikum hinzugewonnen. Das jüngste Album „Clockwork Angels“ von 2012 klingt nun betont modern: Es kommt mit hart gebürsteten Gitarren, hoher Dynamik und schwelend dunkler Atmosphäre daher; co-produziert von Nick Raskulinecz, der sonst von Deftones oder Foo Fighters gebucht wird. Das Konzeptwerk wird im Zentrum der jetzigen wenigen Deutschland-Gastspiele stehen. Eine gute Stunde, so verriet Gitarrist Alex Lifeson, sollte man allein für die neuen Songs einplanen. Dann bleiben, nach Rush-Zeitrechnung, immer noch zwei Stunden für alte Band-Favoriten.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Universal Music

Rush, O2 World, Do 6.6., 20 Uhr, VVK: 40 Euro?–?90 Euro  zzgl. Gebühr

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