Konzerte & Party

Rusko im Icon

RuskoWenn ein richtiger Londoner stilecht mit Akzent lospoltert und den ein oder anderen gepflegten Fluch ausstößt, dann hat das was. Findet auch Christopher Mercer alias Rusko. Er stammt eigentlich aus Leeds, kann sich dem rauen Charme der Leute aus dem Süden der Insel aber nicht verschließen. In seinem Track „Cockney Thug“ kommt ein Typ zu Wort, der sich scheinbar im selben Milieu aufhält wie die Darsteller in Guy Ritchies „Bube, Dame, König, grAs„. Seiner Ansage, dass er einer anderen Person gleich kräftig die Ein­geweide massieren werde, folgt zur Krönung eine eindeutige Aufforderung: „Wake the fuck up!“ Da ist man als Hörer sofort wach und schmunzelt ein biss­chen.
Rusko mag solche Spielereien. Er ist von Hause aus Dubstep-Produzent, also in einem Metier zu Hause, das gemeinhin für introvertierte und düstere Sounds steht. Genau das müsse aber nicht so sein, meint er. Rusko will nicht den übercoolen Producer geben, er setzt lieber auf Humor und Persönlichkeit. Bei ihm kommen Gestalten aus der Londoner Unterwelt zu Wort, aber auch sein Lieb­lings-MC Rod Azlan. Der kann auch schon mal einen Reggae-Part singen, den Rusko mit futuristischen Waber- und Blubberlauten begleitet.
Bisher gibt es von ihm nur Maxis und einen Mix mit seinem bes­ten Kumpel Caspa, doch das erste eigene Album wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Es soll bei Mad Decent, dem Label von Diplo und Switch, erscheinen und mit Gesang/Raps von Flo Rida, Chali 2na (Jurassic 5), Estelle und Santogold prall gefüllt sein. Eine erste Hörprobe gibt es jetzt live. Nicht entgehen lassen, der Kerl ist gut.

Text: Thomas Weiland

Rusko mit 2krazy + Robotic, Icon, Fr 28.8., 23.30 Uhr, VVK: 10 Euro

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