Konzerte & Party

Russian Circles im Festsaal Kreuzberg

Russian Circles

Episch, fesselnd, düster, dramatisch: Es gäbe viele Worte, um die Musik von Russian Circles zu beschreiben. Doch alles würde zu kurz greifen, um dem Postrock-Trio gerecht zu werden. Russian Circles schaffen Klangwelten, die mal von unbändiger Energie und Dynamik strotzen, ergehen sich dabei aber auch gern in Sentimentalitäten. Kitschig ist die Instrumentalband dabei nie, dafür umso öfter überraschend. Das reicht von zerbrechlichen, filigranen Strukturen mit atmosphärischen Streichern und akzentuierten Bläsern bis zum erdrückenden Wall of Sound mit herben Riffs und vom Schlagzeug dominierten Brachialpassagen. Aufs Metal-Fundament setzen Russian Circles psychedelische Gebilde, bedienen sich beim Trance und lassen quietschende Gitarren Schneisen für die dynamisch hämmernden Drums schlagen, während der Bass tief unten wummert und grollt. Obwohl offensichtlich bis ins Kleinste durchdacht, klingt die Band aus Chicago roh und unverfälscht und schafft nahezu perfekte Spannungsbögen und unendlich weite Klanglandschaften, deren Durchquerung eine echte Aufgabe ist. Nicht  weil Russian Circles den Fehler machen, zu viel zu wollen, sondern weil die Komplexität der Stücke beim Hören gefangen nimmt.

Text: Nadine Kleber

Boris + Russian Circles + Saade, Festsaal Kreuzberg, So 10.7., 21 Uhr, VVK: 16 Euro

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