Konzerte & Party

Sade in der O2-World

Sade

Eigentlich, sagte Sade einmal, habe sie das alles gar nicht mehr nötig. Sie könne aufhören, ihr Werk sei verrichtet. Das hat man ihr durchaus abgenommen. Helen Folasade Adu ist eine der erfolgreichsten britischen Sängerinnen aller Zeiten, eine Steigerung scheint kaum mehr denkbar. So ganz will sie dann aber doch nicht von der Musik lassen, wie wir inzwischen wissen. Nur muss man ganz schön lange auf sie warten.
Zu Beginn ihrer Karriere hatte sie mal so etwas wie eine produktive Phase, da erschienen zwei Alben kurz hintereinander innerhalb eines Jahres. Heute vergeht ein ganzes Jahrzehnt bis zu einem neuen Lebenszeichen von ihr. Die Dame spielt das Spiel gerne nach ihren Regeln. Sade nimmt eine Platte auf, geht damit auf Tour und zieht sich danach wieder in ihr Haus auf dem englischen Land zurück, so als sei nichts geschehen.  Ähnlich wie Kate Bush ist auch ihr das Privatleben heilig. Termine außer der Reihe gibt es nicht, selbst hartgesottenste Paparazzi verzweifeln an ihr.
Anfangs war Sade nicht unumstritten. In einer Zeit, als Britannien unter Thatcher blutete und Existenzangst um sich griff, schwang sich die Tochter eines Nigerianers und einer Engländerin mit Lust auf „Diamond Life“, geschmeidigem Sound und cooler Model-Ausstrahlung zum Yuppie-Traum par excellence hoch. Mit der Zeit verflüchtigte sich das Misstrauen aber, weil Sade ihren Stil konsequent beibehielt und zu einem Markenartikel machte. Trotz der langen Unterbrechungen wird sie von derselben Band aus dem Jahr 1984 begleitet. Nach wie vor changiert sie mit der ihr eigenen unterkühlten Art zwischen Soul, Jazz und Pop.
Und ihre jüngste Veröffentlichung „Soldier of Love“ ist natürlich auch ein typisches Sade-Album. Einen kleinen Unterschied gibt es aber: Im Titel, kurzen Gastspielen von HipHop-Beats und angedeuteten Heavy-Gitarren erkennt man eine Sängerin, die ihre Position verteidigen will. Zur Not mit sanfter Gewalt.

Text: Thomas Weiland

Sade, O2 World, Fr 13.5., 20 Uhr, VVK: ab 56 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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