Konzerte & Party

Safi in der Kantine Berghain

Safi

Als Safi 2009 ihr Debütalbum vorstellten, schlug den Leipzigern aus dem Stand Neugierde entgegen. Das lag zum einen an der Kombination aus ruppigen, erfreulich offenen Hardcore-Klängen – vor allem aber war da mit Sandra Fink mal wieder eine spannende Sängerin mit eindringlicher, aber angenehm posenfreier Stimme. Ihrem angeätzten Timbre folgte man gebannt durch den drängenden Noisepunk der Band. Seither sind ganze sechs Jahre vergangen, in denen man nur wenig von den Leipziger Talenten vernahm. Aus Sicht der Musiker aber tat sich viel – ob Sandra Finks Umzug nach Berlin, der Wechsel zum kleinen Majorlabel PIAS oder das beständige Feilen an Songs, die immer wieder neu aufgerollt wurden. Ein Häutungsprozess, während dem das Trio seinem Produzenten den Laufpass gab. „Janus“ heißt das Ergebnis, dem man die langwierige Entstehung nicht anmerkt; so rau wirkt der Sound, so viel Raum bleibt auch für Improvisation. Das „Punkrock“-Label ist da viel zu eng, „Postpunk“ trifft es in motorisch tickenden Gitarrensongs wie „Alle laufen“ schon eher. Brecher wie „Ausgebrannt“ erinnern wiederum an harten Expressionismus а la Einstürzende Neubauten, inklusive Finks bohrender Schreie, die auch Blixa Bargeld entfahren könnten. Man assoziiert bei Safi folglich das Mauer-Berlin der „Genialen Dilletanten“. Und auch die Schwarzweiß-Palette ihrer Videoclips und Fotografien würden gut ins Kreuzberg der Achtziger passen.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Stephanie Lehmann

Safi, Berghain Kantine, Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Do 3.9., 21 Uhr, VVK: 9 Euro zzgl. Gebühr

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