Konzerte & Party

Saigon in der Frühperle

saigonWer dachte, harter suizidaler Minimalismus aus Echoeffekten und Noise-Fragmenten ließe sich nicht mit warmen Synthie-Melodien kombinieren, der wird hier überrascht sein. Saigons neues Album verbindet auf eigenwillige Art und Weise leichten Pop mit schrägen Elementen aus Punk, Lo-Fi und Noise. Die Band mit dem asiatischen Namen kommt aus Schweden und hat auch so gar nichts mit dem gleichnamigen Rapper aus Brooklyn zu tun. Das Quintett hat vor zwei Monaten sein zweites Album „Ready for Romance?“ veröffentlicht. Oskar Carls, Siri Jennefelt und Co werden in der Neuköllner Frühperle aber nicht nur die zwölf Songs der Platte zum Besten geben. Saigon sind bekannt für grandiose Improvisationen und zurückhaltendes und intelligentes Auftreten. Die Mittzwanziger haben allesamt an renommierten Musikschulen Schwedens studiert, sind Teil des Stockholmer Künstlerkollektivs Tropiska Föreningen und beherrschen ihre Instrumente trotz ihres jungen Alters bereits perfekt.

Mit Berlin verbindet die Band übrigens nicht nur eine langjährige Partygeschichte. Die Gruppe fand 2010 im kalten Hauptstadtwinter zusammen. Mehrere Bandmitglieder waren damals für ein Auslandssemester hierhergekommen und hielten sich als Straßenmusiker und mit kleineren Gigs in Kellerkneipen und Barhinterzimmern über Wasser. Schnell folgten Produktionen für Filmkompositionen und Gastauftritte bei kleineren Festivals und Improvisationshappenings. Von Anfang an spielte dabei das Equipment für den Sound der Gruppe eine wesentliche Rolle. Die ersten Songs wurden mit nur einem Mikrofon, einer Gitarre, einem kleinen Batterie-Verstärker und einem Synthesizer aufgenommen. Jetzt darf’s auch ein bisschen mehr sein.

Text: Susan Schiedlofsky

Saigon  Die Frühperle, Fr 23.8., 21 Uhr

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