Konzerte & Party

Dark Dark Dark im Bi Nuu

Dark Dark Dark

2006 hängten die sechs Musiker um die Sängerin Nona Marie Invie und ihren Mitmusiker und Lebenspartner Marshall LaCount ihre Jobs an den Nagel, warfen Erspartes zusammen und kauften sich einen Bus. Der ist seither mit illustren Instrumenten beladen wie Klarinette, Cello, Banjo, Kontrabass und Akkordeon. Durch „Wild Go“, das zweite Album von 2010, wehten demzufolge elegante Anklänge an französische Musette, Ballhaus-Walzer und Chanson – Spielarten, die man in den USA intuitiv mit dem „alten Europa“ verbindet. Auf dem in New Orleans eingespielten Nachfolger hat sich scheinbar wenig verändert: Wieder hält die Truppe aus New York und Minneapolis elegant die Waage zwischen orchestralem Überschwang а la Arcade Fire und intim anmutenden Arrangements. Sängerin Invie tritt entschiedener als zuvor ins Rampenlicht; oft vom Klavierschemel aus singt sie in feiner Altlage, die eine ähnlich schöne Traurigkeit ausstrahlt wie die von Vorbild Chan Marshall. Von letzten Tänzen, alten Erinnerungen und unsicheren Zeiten ist die Rede. Man ahnt den persönlichen Subtext: Während der Tour 2011 war die Beziehung von Invie und LaCount zerbrochen; man brachte die Konzertreise irgendwie zu Ende und traf sich erst nach monatelanger Auszeit, um in alter Besetzung neue Songs aufzunehmen. LaCount ist an der Klarinette, aber kaum noch als gelegentlicher Mitsänger und Banjospieler zu hören. Der Albumtitel „Who Needs Who“ hat da durchaus eine sarkastische Note.

Text: Ulrike Rechel

Dark Dark Dark, Bi Nuu, Sa 15.12., 20 Uhr, VVK: 14 Euro zzgl. Gebühr

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