Konzerte & Party

Mini Pops Junior im West Germany

Mini Pops Junior

Wer im Internet nach Mini Pops Junior forscht, findet einen klobigen kleinen Kasten: ein früher Vertreter der Drum Machine mit voreingestellten Rhythmen wie Polka oder Mambo. Das antike Teil ist für Tobias Vethake und Jan Hupe einerseits Namensgeber ihres Duos; zudem markiert es den Ursprung ihrer Zusammenarbeit vor rund zehn Jahren. Damals schlossen sich die studierten Musiker aus Gütersloh und Hannover mit ungewöhnlicher Besetzung zusammen: im Zentrum Vethakes E-Gitarre und Hupes Saxofon, dazu Computer – und eben der stoisch klackende Rhythmus-Apparat. „Crew Missing“, das selbst produzierte Debütalbum der Wahlberliner, erinnerte 2008 an geheimnisvolle Klangmalereien mit ungewohntem Mischungsverhältnis aus Clicks, Beats und langsam verlaufenden Instrumentals. Gitarre und Saxofon hielten sich beiläufig im Hintergrund eines hallenden Schichtwerks aus der Loop-Station. Mit „The Lost Weekend“ folgt, zahlreiche Nebenprojekte und Theaterkompositionen später, die Fortsetzung. Cello, Flöte und Melodika mischen sich ins Klangspektrum; die Hauptrollen gehören weiterhin den Stamminstrumenten, die eigenwillig gegen den Strich des geläufigen Rock- oder Jazzbandkontexts gebürstet werden. „Backlight“ etwa erinnert mit schleifenden und schnaufenden Sounds an einen skurril belebten Maschinenpark; im Titelstück ziehen Gitarrenklänge kometenhafte Schweife nach sich, das Saxofon tönt meist tief und ruhig am Boden. Eine Erzählerstimme ist bei diesen elegant verschatteten Stücken gar nicht mehr nötig.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Rimma Starobubzeva

Mini Pops Junior, West Germany, Sa 17.3., 22 Uhr, AK: vor Ort erfragen

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