Konzerte & Party

Pothead im Huxleys

Pothead

Neulich haben Pothead Geld gedruckt. Große, graue Scheine mit einem Nennwert von einer „Zillion“. Wo man damit bezahlen kann, ist nicht ganz klar. Vermutlich gibt es nur in Pottersville etwas dafür – dem Titelort der neuen Platte. Für das Cover hat Bassist und Chefgrafiker Jeff Dope ein menschenleeres Städtchen entworfen, dessen Lebenskreislauf sich streng um Rotlicht-Oase, Bank und Leihhaus dreht. Passend sarkastisch sinniert Sänger Brad Dope über Finanzblasen, Wachstumswahn und verkaufte Privatsphären: ein Negativ-Utopia, dem das Kreuzberger Trio mit seinem tief schwingenden Rocksound Seele einhaucht. „Pottersville“ ist das mittlerweile zwölfte Album der autark organisierten Truppe, die neben den beiden Exil-Amerikanern noch aus Sebastian Meyer am staubtrocken klingenden Schlagzeug besteht; unerwartete Winkelzüge finden sich darauf kaum, das Besondere bringt die Gewichtung. Diesmal überwiegen ruhige Sphären – was der melodiestarken, neopsychedelischen Seite der Band zugutekommt. Versehen mit warmer, vertrauensstiftender Schwere denkt man von fern an Geistesverwandte wie Masters Of Reality oder Arbouretum. Mit drei Jahren Dauer haben Pothead diesmal zwar recht lang an ihrem runden Klang gefeilt. Live aber dürften Nummern wie „Stand“ oder „Relax Man“ Selbstläufer werden. Nachhören lässt sich das bei Potheads traditionell einzigem Berlin-Auftritt, wie immer im Huxleys.

Text: Ulrike Rechel

Pothead, Huxleys, Sa 28.1., 20 Uhr, VVK: 26 Euro

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