Konzerte & Party

Samstag und Sonntag: Rangleklods

Rangleklods

Wer ein bisschen im Internet stöbert, kann auf einen Clip stoßen, den Esben Andersen von sich selbst gedreht hat, um seinen Mitstudierenden zu erklären, wie genau er die Klänge seiner Tracks erzeugt, welche Modulationseffekte, welche Plug-ins dafür nötig sind. Damals bereitete sich der Däne gerade auf den Master-Abschluss an der Royal Academy of Music in Aarhus vor, in elektronischer Komposition.
Der adrette Jüngling, der dort sachlich über seinen apart widerborstigen Elektropop referierte, hat wenig gemein mit dem Musiker, den man seit 2010 in Berliner Clubs wie dem West Germany emsig zwischen Laptop, Loop-Station und Gesangsmikro herumturnen sah. Als grandioser Ohrwurm zwischen abstraktem Techno und schwebendem Britpop prägt sich etwa „Young And Dumb“ ein, mit knarzenden Industrial-Geräuschen, einem markant federnden Bassmotiv und Andersens sanftem Bariton. Auch die anderen Songs, an denen er für seine Debüt-EP gefeilt hat, offenbaren spannende Feinheiten. „Musikalisch bin ich ein Spätentwickler“, sagt der 26-Jährige von sich selbst. „Ich hab zwar in Bands gespielt, aber ich war nie zufrieden mit den Sachen, die ich schrieb. Das hat sich erst vor Kurzem geändert.
Nach einem theorielastigen Bachelor-Studium habe ihn erst die Master-Phase auf den richtigen Pfad zwischen Clubmusik und Songschönheit gebracht – ein variabler Kurs, den er unter dem Fantasienamen Rangleklods auslotet. Die Freiheiten des Studiums nutzte er, „um nach Berlin zu ziehen und die elektronische Szene kennenzulernen: eine der besten Entscheidungen meines Lebens!“, sagt er zufrieden.
In Neukölln und Kreuzberg fand der Songtüftler schnell Anschluss an gleichgesinnte Freigeister wie die Veranstalter der „Shameless Limitless“-Partys oder den Miniclub Enklave, „ein wunderbarer, klaustrophobischer Kellerladen“, in dem Rangleklods genauso wie im West Germany manch „epische“ Partynacht verlebte. Seine EP widmet er nun der Teilzeitheimat, der Titel lautet liebevoll: „Home“.

Text: Ulrike Rechel

Rangleklods

Naherholung Sternchen (+ Babe Rainbow, Butterclock), Sa 3.12., 23 Uhr, AK: 5 Euro (bis 24 Uhr, danach 7 Euro)
Soju Bar (+ Babe Rainbow, Butterclock), So 4.12., 23 Uhr, Eintritt vor Ort erfragen

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