Konzerte & Party

Santigold im Astra Kulturhaus

Santigold

Santi White alias Santigold schwimmt gern gegen den Strom. „Bei meinen Songs gibt es keine musikalischen Grenzen“, sagt sie. Trotzdem fing sich die 35-Jährige prompt eine Schreibblockade ein, als sie an ihrem zweiten Album „Master of My Make-Believe“ arbeitete. „Ich habe dieses Mal während des Produktionsprozesses alle wichtigen Entscheidungen ganz alleine getroffen. Damit bürdete ich mir eine große Verantwortung auf, an die ich mich erst gewöhnen musste.“
Aber sie wusste sich zu helfen. Wenn die Amerikanerin mit Wohnsitz in New York bei einem ihrer „Master of My Make-Believe“-Stücke gar nicht mehr weiter wusste, lud sie sich einfach Freunde wie Diplo, Q-Tip oder Switch ins Studio ein. Mit ihnen schichtete sie Klänge zu epischen, meist tanzbaren Songs übereinander. Fernab von Formatzwängen mischte sie Elektro mit Dub, Rock oder Indie-Pop. Mitunter sampelte sie ihre eigene Stimme zu einem majestätischen Chor. Auch inhaltlich tritt sie nie auf der Stelle. Ihr Mentor Jay-Z, dessen Firma Roc Nation Santigold sie jetzt managt, bezeichnet ihr jüngstes Werk als „Revolution“. Die Sängerin selbst trägt nicht ganz so dick auf: „Hinter jedem Titel steht die Frage: Was passiert gerade auf diesem Planeten? Die Armut nimmt ständig zu, die Umweltverschmutzung auch – all das macht mich richtig wütend.“ Manchmal treibt sie sogar das Fernsehprogramm zur Verzweiflung, wie das Lied „Freaks Like Me“ beweist: „Ich finde es schrecklich, dass in diesen Reality-Shows alle die gleichen Plastikgesichter haben.“

Text: Dagmar Leischow

Foto: Sean Thomas

Santigold, Astra Kulturhaus, Fr 20.7., 20 Uhr, VVK: 23 Euro

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