Konzerte & Party

Schoolboy Q im C-Club

Schoolboy Q

Das Gauner-Thema ist im HipHop längst durch. Umso überraschter ist man, dass Schoolboy Q zu Beginn seines aktuellen Albums „Oxymoron“ ausgerechnet als Gangsta auftritt. Der in Wiesbaden geborene Soldatensohn weiß, wovon er redet. In seinen Teenagerjahren trieb er sich in Los Angeles mit einer Straßengang herum und verkaufte Drogen. Diesen unerfreulichen Lebensabschnitt beendete er im Alter von 21 Jahren mit einem Knastaufenthalt. Seitdem verhält er sich gesetzeskonformer. Q (steht für seinen Vornamen Quincy) ist Mitglied der absolut legalen Supergruppe Black Hippy, zu der auch der groß abgefeierte Kendrick Lamar, der kopflastige Ab-Soul und der protzige Jay Rock gehören. Ein gemeinsames Album haben die vier Reimer noch nicht veröffentlicht, wohl auch deshalb, weil sie als Solisten gut im Geschäft sind. „Oxymoron“ ist bereits Qs drittes Album und eines der besten, das man im Augenblick kriegen kann. Den Fortschritt erkennt man daran, dass er nicht mehr bloß beliebig Tracks aneinanderreiht, sondern auf einen durchgängigen Flow vertraut. Oft erzählt er von unangenehmen Episoden aus Zeiten, als er mit seiner Großmutter und einem drogenabhängigen und gewalttätigen Onkel gelebt hat. Das von Synthesizern bestimmte Backing drängt sich nicht aggressiv auf, erweist sich für den düsteren Inhalt aber als perfekte Begleitung. Man darf sich auf einen ereignisreichen Abend mit einem immer besser werdenden Rapper freuen.

Text: Thomas Weiland

Foto: Universal Music

Schoolboy Q, ?C-Club, Do 15.5., 20 Uhr, VVK 26 Euro zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren