Konzerte & Party

Gipfeltreffen der zwei besten deutschen Lied-Sänger

Zuerst demonstriert der Weimarer Bariton Matthias Goerne (Foto), wie er sich von den Berliner Philharmonikern die Butter nicht vom Brot nehmen lässt.

Foto: Marco Borggreve

Nach Jahren des stimmlichen Umbruchs entert er jetzt endlich offensiv neue Repertoirefelder. Bei den Berliner Philharmonikern (unter seinem Lieblingsdirigenten Manfred Honeck) singt Goerne neben orchestrierten Schubert-Liedern erstmals auch Schwereres von Richard Strauss. Einstweilen hat er, der manchmal fast wie der Türsteher Schuberts wirken könnte, dem Liedgut eine handfestere, griffigere Form verliehen.
Und tags darauf zeigt der bayerische Feingeist Christian Gerhaher, warum er die Krone deutschen Liedgesangs inzwischen von Goerne übernommen hat (mit einem Schumann-Liederabend im Kammermusiksaal, 2.10.). Weil seine Stimme nämlich noch schöner, ausgeglichener und raffinierter tönt. Wie es im Leben gestandener Männer so geht, wich seine lyrische Grundstimmung mit den Jahren einem etwas rustikaleren, raueren Timbre. Was seiner internationalen Beliebtheit und dem Erfolg seiner CD-Neuerscheinungen keinen Abbruch tat.

Philharmonie Do 29.9., 20 Uhr, Fr 30.9., 20 Uhr, Sa 1.10., 19 Uhr, VVK: 38–101 €

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