Konzerte & Party

Scott Matthew in der Passionskirche

Scott MatthewMan muss hier zuerst unbedingt auf den Titel des neuen Albums zu sprechen kommen. In diesem Fall geht es nicht anders. Ins Deutsche übersetzt lautet er: „Es gibt einen auseinanderdividierenden Ozean, und mit meinem Verlangen kann ich ihn mit einer Spannung aufladen, die so immens ist, dass es den Tod bedeuten könnte, wenn man diesen Ozean überquert.“ Ausgedacht hat ihn sich Scott Matthew. Dieser Bandwurmsatz deutet schon an, was für ein intensiver Künstler der in New York lebende Australier sein muss.  
Matthew fällt auf – als Bartträger, singender Ukulelespieler und mit einer Stimme gesegnet, die zu Drama und herzergreifendem Vortrag neigt. Ständig stürzt er in den Taumel der Hin-und-her-Gerissenheit, das merkt man schon an den ers­ten Zeilen des Albums: „With every sweet hello there’s a bitter good bye, with every happy song there’s the one to make you cry.“ Ohne Scheu gestattet er Einblick in seine Gefühlswelt, spricht von Drogen, Gott und Dunkelheit. Im Hintergrund setzen Ukulele, Piano oder Kammermusikstreicher sanfte Klangtupfer. Wir sind ergriffen.
Vielen werden angesichts dieser Konstellation Antony Hegarty oder Rufus Wainwright als Parallelfälle in den Sinn kommen, aber man darf auch an Jarvis Cocker oder Morrissey denken. Matthew arbeitet schon seit geraumer Zeit mit einem gewissen Spencer Cobrin zusammen, der in den 90er Jahren Teil der Band des ehemaligen Smiths-Sängers war. Die Welt ist manchmal ganz schön klein.

Text: Thomas Weiland

Foto: Ellinor Stigle 

Scott Matthew + Laura Barrett, Passionskirche, Di 2.6., 20 Uhr, VVK: 20 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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