Konzerte & Party

Scumbucket: „Heliophobia“

Scumbucket: Schon ein Blick auf den vergangenen Konzertsommer in Berlin lässt keinen Zweifel: Die Neunziger Jahre sind zurück. Bands wie Pearl Jam, Faith No More oder auch Mudhoney besuchten die Bühnen der Hauptstadt und für alle Musikfans, die im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrtausends groß geworden sind, liefern Scumbucket nun den perfekten Reloaded-Soundtrack.
Das neue Album „Heliophobia“ ist eine komplette Neueinspielung des 1996er Albums gleichen Namens und der ursprünglichen Idee folgend hätte die CD schon vor drei Jahren zum zehnten Bandjubiläum der Koblenzer entstehen sollen. Die Platte war und ist als Geschenk an die Fans gedacht, gilt doch das ursprüngliche Album längst als vergriffen.
Nun liegt die Neuauflage also mit drei Jahren Verspätung vor und Scumbucket lassen vom ersten bis zum letzten Ton keine Zweifel, wie überzeugt sie von ihrer Mission, von ihren Songs sind. Die Verstärker auf volle Verzerrung gedreht, knarzen die Bässe und brettern die Gitarren, während sich Kurt Ebelhäuser irgendwo zwischen melodischem Chris Cornell (zu besten Soundgarden-Zeiten) und brüllend-seligem Kurt Cobain durch Melodien singt, die sofort hängen bleiben.
Musikalisch ist das Ganze eine 15 Songs währende Achterbahnfahrt zwischen Mid- („Drag“) und Uptempo („Hoyoto“). Der Post-Grunge lässt hier genauso grüßen, wie Spacerock oder gradliniger Alternative-Rock. Selbst einen Hauch psychedelisch wird es zwischenzeitlich („Big Step For Mankind“).
Auch, wenn die Songs auf „Heliophobia“ nicht neu sind, man merkt dem Trio die Spiellaune und -wut in jeder Strophe, jedem Refrain an und ganz offensichtlich hat die Band mit der Neueinspielung nicht nur ihren Fans, sondern auch sich selbst eine große Freude gemacht.
Bei Scumbucket jedenfalls ist der kreative Funken wieder entflammt, kündigt das Trio doch schon für Anfang 2010 ein weiteres Album an – mit neuen Songs.

Text: Martin Zeising

tip-Bewertung: Hörenswert

Scumbucket, Heliophobia (Noisolution/Indigo)

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