Konzerte & Party

Sean Paul in der Columbiahalle

Sean Paul

Kommt der Sommer, erhöht sich automatisch die Zahl der Konzerte mit Reggae-Einschlag. Das ist dieses Jahr nicht anders. Etwas überraschend ist es dagegen, dass man in diesem Zusammenhang mal wieder Sean Paul zu Gesicht bekommt. Bei ihm hatte man das Gefühl, dass er an den Rand gedrängt worden ist. Sein Name, seine Stimme und sein Sound wurden bis zur absoluten Schmerzgrenze ausgereizt, bis das Interesse wie so oft weiterwanderte. Für Sean Paul kam der Durchbruch nach Veröffentlichung des phänomenalen Albums „Dutty Rock“ im Jahr 2002. Als einer der wenigen Dancehall-Interpreten erreichte der Jamaikaner damit ein internationales Pop-Publikum. Das Kunststück gelang ihm, weil er sich nicht auf den Sound aus seiner Heimat beschränkte, sondern auch Elemente aus HipHop und R&B in seine Songs mit einfließen ließ. Unwiderstehlich wurden seine Hits „Get Busy“, „Gimme The Light“ oder „Like Glue“ durch seinen besonderen Singsang, in dem viel melodische Finesse steckte. An dieser Mischung kam selbst das Lager von Beyoncй nicht vorbei. Das zuerst auf dem Debütalbum der Sängerin veröffentlichte Duett „Baby Boy“ war ein weiterer Grund für die kurze Sean-Paul-Euphorie. Mit den Alben „The Trinity“ und „Imperial Blaze“ konnte der Sprechsänger nicht an den vorangegangenen Erfolg anknüpfen. Aber dann kam das Jahr 2011, das dank der Volltreffer „Got 2 Love U“ und „She Doesn’t Mind“ zum zweitwichtigsten Jahr seiner Karriere wurde. Sean Paul hat wieder Anschluss gefunden, weil er sich auf seine Art auf Einflüsse aus dem europäischen Techno eingelassen hat, ohne die auch in der heutigen Schwarzen Musik gar nichts geht.

Text: Thomas Weiland

Foto: Chris Phelps

Sean Paul + Das Bo, Columbiahalle, Mi 29.8., 20 Uhr, VVK: 35 Euro zzgl. Gebühr

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