Konzerte & Party

Sebadoh im Festsaal Kreuzberg

Sebadoh

Erwachsenwerden hat Vorteile. Lou Barlow etwa ist einer der berühmtesten Vertreter der Teenangst-Generation der Neunziger: erst als Gründungsmitglied von Dinosaur Jr, später mit Sebadoh, seinem eigenen jugendlich-desperaten Trio. Mit Dinosaur Jr-Kollege J Mascis verband ihn einst ein jahrelanger, in Indiekreisen berühmt gewordener Zwist. Heute sind beide wieder ein Herz und eine Seele und genießen ihr Comeback als krachselige Noise-Götter. „Wow, I’m growing up and this is great“ beschrieb Barlow seine Versöhnung mit der Vergangenheit. Mittlerweile läuft auch die Reunion von Sebadoh. Dann singt Barlow augenzwinkernd alte Anti-Mascis-Songs wie das euphorische, in Gitarren badende „The Freed Pig“: eine Art Tagebuch-Eintrag verletzter Gefühle unter jungen Männern. Gerade sind ein paar der alten Alben wieder erschienen, darunter der intuitiv zwischen Noise und Popmelodie schlingernde Klassiker „III“ mit Teen-Oden namens „Spoiled“, „Hassle“ oder „Perverted World“. Auch das zugänglichste und bekannteste Werk des Trios – „Bakesale“ von 1994 – wurde gerade wieder veröffentlicht. Zum Thema der schön aufgemachten Neuauflagen meinte Barlow, typisch tiefstapelnd, man müsse die Sache jetzt noch über die Bühne bringen, „bevor die CD tot ist.“

Text: Ulrike Rechel

Sebadoh, Festsaal Kreuzberg, Mo 8.8., 21 Uhr, VVK: 16 Euro

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