Mali-Folk

Weltmusikstar aus Mali

Die malische Sängerin Fatoumata Diawara thematisiert ihre westafrikanische Heimat

Foto: Promo

Das zweite Album von Fatoumata Diawara heißt „Fenfo“. Auf Bambara bedeutet das „etwas zu sagen“. Das hat der Weltmusikstar aus Mali schon allein aufgrund seiner Biografie: Als eines von elf Kindern, das zur Verwandtschaft abgeschoben wird, verlebt Diawara eine schwierige Jugend. Singen und Tanzen bieten ihr Trost, frühe Schauspielrollen eine Perspektive. Als sie mit 19 gegen ihren Willen verheiratet werden soll, flieht sie nach Frankreich. Sie spielt Theater, singt für andere, schreibt bald selber Songs. 2011 erscheint Diawaras Debüt „Fatou“, ein anmutiges Singer-Songwriter-Album, das stark von der Musiktradition Westafrikas geprägt ist.

In vielen Texten geht es um Diawaras Heimat, um Krieg, Armutsmigration, Zwangsheirat und Genitalverstümmelung. Im Dokumentarfilm „Mali Blues“ von 2016 spielt sie den Frauen im Heimatdorf ihrer Familie das Lied „Boloko“ gegen die Beschneidung von Mädchen vor. Sie erntet Zustimmung, muss aber auch ­diskutieren. Auf „Fenfo“, auf dem die Mittdreißigerin ihren Sound um Einflüsse aus Funk, Rock, Doo-Wop und Dancepop erweitert, finden sich Songs über afrikanische Identität oder das Heiratsverbot zwischen ethnischen Gruppen. Doch während sie in ihren Liedern oft zu ihren Landsleuten singt, sieht sich Diawara zugleich als Botschafterin ihre Heimat: Sie bemüht sich, negatives Klischeedenken über Afrika einzureißen, indem sie dessen reiche kulturelle Tradition feiert und betont, was die Menschen der Welt miteinander verbindet. Das kann man nicht oft genug sagen.

Huxleys neue Welt, Hasenheide 108, Neukölln, Sa 4.8., 20 Uhr, VVK 28 €

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