Konzerte & Party

Selah Sue: Freitag im Maschinenhaus

Selah Sue

Das mit den Haaren morgens geht zack, zack. Alles wild nach oben, zubinden, fertig. Selah Sue, wie sich die 22-jährige Belgierin Sanne Putseys nennt, hat keine Zeit fürs Auftakeln. Sie macht Musik der nächsten Generation, will jung, schnell und aktuell sein, James Blake ist das große Vorbild. Die Joni Mitchell holt sie vielleicht später mal wieder raus. Jetzt heißt ihre Welt Dubstep und Ragga, weil klassischer Reggae zu langsam ist und sie die Wortkaskaden des Patois als supercool empfindet. Der Song „Raggamuffin“ mit seiner Verbindung von Reggae, Rap und Soul hat sie via Internet berühmt gemacht und er öffnete die Türen nicht nur fürs erste Album, sondern auch für prominente Mitstreiter wie Cee-Lo Green von Gnarls Barkley: „Where did you get that voice, girl?“, war sein erster Satz und gemeinsam spielten sie „Please“ ein, eine neoklassische Soulnummer, die dann gleich beide für ihre Alben verwendeten. Die Funk-Soul-Bassistin Meshell Ndegeocello produzierte das zärtliche „Mommy“, ein Gitarre getragenes Dankeschön an die Mutter für die unbeirrbare Liebe in Zeiten pubertären Aufstands, der Deutsch-Afghane DJ Farhot sorgte für die Beats, Patrice für die Melodien. Sie alle lassen die Songs über den Clubcharakter des Genres hinausragen und zeigen, dass das Soul-Songwriting von Selah Sue mit den wasserblauen Augen nicht im Widerspruch zu den Deep Beats stehen muss. Für ihr Nebenprojekt AKS (Addicted Kru Sound) bleibt momentan wenig Zeit, sie stellt aber schon die Weichen fürs zweite Album: Das wird dann elektronischer.

Text: Christine Heise

Selah Sue, Kulturbrauerei Maschinenhaus, Fr 7.10., 20 Uhr, VVK: 16 Euro

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