Konzerte & Party

Selig in der Columbiahalle

selig_c_ThomasRabschSeit ihrer Wiedervereinigung 2008 nach neunjähriger Bandzwist-Pause geht es für Deutschlands einzige bekennende Classic-Rock-Band wieder bergauf. So stieg ihr neues Album „Magma“ unlängst auf Platz 4 der Albumcharts ein – Höchstplatzierungspremiere für die Hamburger Band. „Auf den Plätzen vor uns sind Heino, Matthias Reim und Andrea Berg – alles Schlager. Insofern sind wir eigentlich auf Platz 1“, freut sich Sänger Jan Plewka. Im englischen Exil mit dem Erfolgsproduzenten Steve PoGrwer (Blur, Robbie Williams) aufgenommen, ist „Magma“ dann auch die nie zähflüssige, gelungene Symbiose aus organischem unge/Siebziger-Destillat und britischer Pop-Sensibilität geworden.

„Das, was man an Pop-Einflüssen hört, kommt von uns selber und nicht von Steve. Wir haben viel Roxy Music, The Cure und New Order gehört“, erklärt Plewka und verrät zugleich eine weitere wichtige Prägung: „Wir sind eher eine urbane Band, haben sonst in New York oder Berlin aufgenommen, um den Granit der Großstadt auf Platte zu bannen. Jetzt waren wir mal auf dem Land, und es war wie ein buddhistisches Gentlemen-Camp. Wir haben viel von der Höflichkeit der Engländer und ihrem Humor mitgenommen. Es wurde sehr viel gelacht, und das hört man auch zwischen den Tönen. Das ist das leichteste Selig-Album, das jemals entstanden ist.“

Davon konnte man sich im Rahmen der kuscheligen Club-Tour, die Selig Ende 2012 zur kompletten Bühnenvorstellung der neuen Nummern absolviert haben, bereits überzeugen. „Gerade planen wir für die große Tour und sind echt verzweifelt: Es sind so viele Lieder, die wir gerne spielen würden, aber das würde den Rahmen sprengen. Wir sind selber gespannt, wie unsere neue Setlist tatsächlich ausfallen wird.“ Ein Luxusproblem, denn ansonsten läuft für Selig alles so entspannt und reibungslos wie nie. „Die Konzerte sind voll, wir haben es geschafft, die sechste qualitativ gute Platte rauszubringen, wir verstehen uns wieder und sind wieder eine gesunde Band. Totale Seligkeit auf Erden, wir haben es echt gut.“ Daran möchte man nur zu gerne teilhaben.

Text: Frank Thiessies

Foto: Thomas Rabsch

Selig Columbiahalle, Fr 22.03., 20 Uhr, VVK: 28 Ђ zzgl. Gebühr

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