Konzerte & Party

The Sheepdogs im Roadrunners Paradise

The Sheepdogs

Es gibt viele Wege zum Ruhm. Die meisten führten in den vergangenen zehn Jahren nicht am Internet vorbei. The Sheepdogs haben ebenfalls eine Erfolgsstory zu erzählen, doch sie ist von der altmodischen Sorte: Jahrelang tingelte die Band aus Kanadas Präriestadt Saskatoon im eigenen Bus und dauerpleite durch kleinste Clubs der weitläufigen Heimat; ihren saftigen Boogie- und Bluesrock nach Art von Klassikern wie The Allman Brothers oder Creedence Clearwater Revival spielte sie teils vor nur vereinzelten Zuhörern. Drei Platten verwirklichte das Quartett um Kraftkehle Ewan Currie mit Songs über den großen Rock-’n’-Roll-Traum und die Herzensbrüche am Wegesrand. Dann gab es einen kuriosen Wettbewerb, den die Band für sich entscheiden sollte: Das „Rolling Stone“-Magazin versprach der besten Band ohne Plattenvertrag die Titelstory. Plötzlich prangten die vier bärtigen Flanellhemdenträger 2011 von jedem Kiosk Nordamerikas. Seither läuft es rund für The Sheepdogs: Auf den Plattenvertrag folgten 2012 drei Juno-Awards, und statt wie gehabt am Home-Computer gebastelt, nahmen sie ihr selbstbetiteltes neues Album diesmal mit Black-Keys-Schlagzeuger Patrick Carney auf. Der verhilft ihrem großherzigen, von vielstimmigen Vokalharmonien verzierten Retro-Rock zu einem wärmeren, großen Klangbild. Das tut insbesondere dem angenehm resonanten Gesang Ewan Curries gut, der einräumt, einem seiner Helden nachzueifern: CCRs John Fogerty. Songs wie der infektiöse Mitschwinger „Feeling Good“ klingen denn auch wie maßgeschneidert für weite Arenen. Der Weg dorthin ist zwar noch weit. Doch The Sheepdogs haben Zeit – und ab und an auch großes Glück.

Text: Ulrike Rechel

The Sheepdogs, Roadrunners Paradise, Fr 12.4., 21 Uhr, VVK: 16,50 Euro

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