Konzerte & Party

Shelby Lynne in der Passionskirche

ShelbyLynneDer Weg von Mobile, Alabama auf die Bühne der Grammy-Verleihung 2001 war lang für Shelby Lynne. Sie war fast noch ein Teenager, als sie im Zuge des New Traditionalism einige Mainstream-Coun­trypop-Alben veröffentlichte. Auf jedem Cover trug sie eine neue Frisur, mal mit der Überschrift „Tough All Over“, mal mit „Soft Talk“. Eine widersprüchliche, suchende Persönlichkeit.
Erst mit dem Grammy-gekrönten „I Am Shelby ­Lynne“ schien sie sich gefunden zu haben, ein sensationell gutes Southern-Album mit ­Country-, Cajun- und Souleinflüssen. Seitdem ist die Schwester von Allison Moorer kaum mehr vom Wege abgewichen, schreibt ihre Songs fast alle selber und ist darin außergewöhnlich persönlich und reflektiv. Selbst das größte Trauma ihres Lebens wird auf dem aktuellen Album „Revelation Road“ so direkt wie nie zuvor ­angesprochen: Der Vater erschoss einst vor den Augen der Töchter seine Frau und dann sich selber. Große Klasse bewies sie auch 2008, als sie mit „Just A Little Lovin’“ eine Hommage an ihre Soulsister Dusty Springfield einspielte. Dass Shelby Lynne mehr Ecken und Kanten als andere hat, macht ihr Leben im Business nicht leichter. Aber sie kämpft notfalls auch alleine, und so wird man andere beteiligte Musiker auf „Revelation Road“ vergebens suchen. Jeden Ton, jedes Instrument hat sie selber eingespielt.

Text: Christine Heise
tip-Bewertung:
Verlässlich gut

Shelby Lynne
Passionskirche,
Mi 29.2., 20 Uhr,
VVK: 26 Ђ

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