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Simone Felice: Black Jesus

Simone Felice: Black JesusDie Lieblingsthemen amerikanischer Off-Literatur sind hier fast alle vertreten: ein Kriegsveteran, eine Ex-Stripperin, White trash Trailer-Park-Romantik und viel Unterwegs-Sein im weiten Land der einstmals kühnen Träume. Simone Felice, als abtrünniger Felice Brother zunächst mit eigener Band The Duke And The King und neuerdings als Solokünstler unterwegs, ist nebenbei auch Schriftsteller. Sein drittes Buch „Black Jesus“ ist nun als Erstes ins Deutsche übersetzt worden und bietet dem feinfühligen Autor neben dem Songwriting eine weitere Plattform für seinen unbedingten Glauben an die Kraft der Liebe. In „Black Jesus“ weiß sie Berge zu versetzen: Trotz verlorenen Augenlichts gewinnt der ehemalige Irak-Kämpfer seinen Lebensmut zurück, und die geprügelte, vom Überlebenskampf gezeichnete Frau sieht ihre Wunden heilen. Das ist klein, das ist nah, das ist ohne Welterklärung und erscheint gerade deswegen möglich. Die romantische Sicht, die alltagspoetische, unzynische Sprache und die auch hier ihre Rolle spielende Musik („I can feel it coming in the air tonight“) macht verständlich, dass Simone Felice nicht nur wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr in die immer zu laute Rabaukentruppe The Felice Brothers passt.

Text: Christine Heise

Simone Felice: Black Jesus, Heyne Hard Core, 208 Seiten, 14,99?Euro

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