Konzerte & Party

Simone White am Dienstag im Bang Bang Club

Auf ihrem allerersten Album „The Sincere Recording Co. Presents Simone White“ gibt es den „Train Song“, den sie immer dann spielt, wenn die Dinge zu schwer werden, basiert er doch auf einem kindlichen Abzählreim. Nun taucht er erneut auf ihrem dritten Album auf: Die Dinge werden wohl nicht leichter, denn, so findet Simone White, alles ist Politik. Nicht nur, wer regiert, sondern auch, wie man lebt, wofür man seine Dollars ausgibt und wie du mit dir und mit anderen umgehst. Dein Einfluss auf die Welt zählt.
Ihre eigene Stimme ist eher leise und zart. Wie ein langhalsiges Vögelchen sitzt sie auf der Bühne, zarte Spitze um die dürren Schultern, große Kulleraugen voller Auf­merksamkeit, und ist der Saal auch noch so voll: Ein jeder lauscht. Am Anfang war sie noch unsicher. Klang ihre eigene Stimme nach der ihrer Mutter, die als traditionelle Folksängerin zwar nie selber schrieb, wohl aber hingebungsvoll interpretierte, erschrak sie. Als sie die ersten Songs im Studio aufnahm, war sie noch zu schüchtern, um Aufnahmen zu wiederholen. Aber dann lernte die charismatische Songschreiberin die Nash­ville-Gang um Produzent Mark Nevers (Lambchop) kennen, hand­-fes­te Südstaatenkerle mit großen Pranken und sensiblem Musikverstand. Sie teilen nicht nur ihre Liebe für Bonnie „Prince“ Billy, Elliott Smith und Amy Winehouse, sondern pflegen auch Jazzeinflüsse. Auch „Yakiimo“, ihr neues Album, entstand mit ihnen. Und trotz aller Filigranität der Songs mit souligen Tiefen und Beep-Beep-Verspieltheiten ist die auf Hawaii geborenen Simone White nicht ein weiteres gefährdetes Nervenbündel, das seine Eingeweide nach außen stülpt. Ihr Talent, ihre präzise Disziplin und die charmante Radikalität sind einzigartig.

Text: Christine Heise

Simone White, Bang Bang Club, Di 7.4., 21 Uhr, VVK: 13 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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