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Siriusmo veröffentlicht Debüt-Album „Mosaik“

Siriusmo

Den Namen Siriusmo kennt man schon länger. Zuerst tauchte er vor elf Jahren auf, danach folgten unzählige Maxis und EPs auf Bungalow, Sonar Kollektiv oder Boysnoize Records. Aufträge für Remixe haben nicht nur die Berliner Kollegen Bonaparte, Bodi Bill oder Jahcoozi, sondern auch Simian Mobile Disco („It’s The Beat“) oder Scissor Sisters („Invisible Light“) erteilt. An Erfahrung mangelt es Moritz Friedrich, wie Siriusmo eigentlich heißt, also wahrlich nicht. Gerne hätte man von ihm deshalb schon früher ein Album gehört, aber der aus Köpenick stammende Produzent hatte es nicht eilig damit. „Früher hatte ich vier oder fünf Songs auf einmal fertiggekriegt, aber nie mehr. Ich kam nie in so einen Dauerrausch, in dem man automatisch ein bis zwei Dutzend Stücke produziert.“ Vor etwa acht Monaten dann übte Gernot Bronsert von Modeselektor sanften Druck aus. Friedrich möge doch damit beginnen, ein Album zu machen. Zum Glück traf ihn die Ansage nicht ganz unvorbereitet. Entwürfe für Tracks gab es genug, es mussten nur einige davon richtig zu Ende produziert werden.
Nun gibt es da draußen ja eine Menge Alben mit elektronischer Musik. „Mosaik“, erschienen auf dem Modeselektor-Label Monkeytown Records, gibt es so sicher noch nicht. Friedrich ist nämlich einer, der sich gängigen Standards gegenüber verweigert. „Ich will in erster Linie Lockerheit transportieren. Manchmal klingt es dabei vielleicht zu verbastelt, aber es steckt auf jeden Fall immer genügend Lust und Laune in den Stücken.“ Mit Funk-Grooves, Afro-Trommeln, Grime-Sounds und Zerhacktem, das man sonst eher von Squarepusher erwartet, deckt er eine ganz schöne Bandbreite ab. Vor allem ist es angenehm, dass Friedrich seine Berliner Herkunft als Teil der künstlerischen Identität begreift. Wie oft hat man sich bei elektronischer Musik aus dieser Stadt nicht schon darüber geärgert, dass sie sich so neutral anhört und aus jeder beliebigen Ecke der Welt stammen könnte. Bei Siriusmo ist die deutsche Sprache bewusster Teil des Ganzen. „Für mich ist es wichtig, dass man hört, wo meine Musik herkommt. Mein Herz schlägt in Berlin und ich fühle auf Deutsch. Bei Auftritten habe ich außerdem schon gemerkt, dass Engländer und Franzosen es angenehmer finden, wenn sich jemand nicht verstellt und seine Persönlichkeit bewahrt. Ich höre mir doch auch Sachen von Camille an, obwohl ich kein Wort Französisch verstehe. Gerade das macht es geil.“

Text: Thomas Weiland

Siriusmo: „Mosaik“ (Monkeytown Records)

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