Konzerte & Party

The Sisters Of Mercy in der C-Halle

The Sisters Of MercyAuch wenn ihr letztes Studioalbum „Vision Thing“ mittlerweile geschlagene 21 Jahre auf dem Buckel hat, lässt sich die gestandene Gruftie-Rock-Schwesternschaft zur Freude der Fans wenigstens live wieder häufiger blicken. Obwohl diese Aussage in Anbetracht einer Sisters of Mercy-Show dann auch wieder nur eingeschränkte Richtigkeit besitzt. Schließlich hüllen sich Gründungsmitglied, Kopf und Sänger Andrew Eldritch und seine – bis auf den personifizierten Drum-Computer Doktor Avalanche – stetig wechselnde Band-Besetzung auf der Bühne gerne in atmosphärisch dichte Kunstnebelschwaden. Der musikalischen Faszination, die von solch beständigen und schauerromantisch rockenden Gothic Wave-Klassikern wie „Lucretia My Reflection“, oder „More“ bis heute ausgeht, tut diese visuelle Einschränkung im flackernden Strobolicht indes keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. So kommt nämlich noch viel stärker jenes von süßlichen Patschuli-Düften flankierte Düster-Disco-Gefühl auf, welches schon zu Beginn der Achtziger Scharen von Schwarzbekleideten zu den Takten von „Temple of Love“ anbetungsvoll auf die Tanzfläche strömen ließ. Zeit, den langen Ledermantel und die schönen spitzen Schuhe wieder aus der Mottenkiste zu holen und Herrn Eldritchs altbekanntem, sonorem Aufruf Folge zu leisten: „Hey now, hey now now, sing this corrosion to me.“ Wer braucht da schon ein neues Album?

Text: Frank Thiessies

The Sisters of Mercy, C-Halle, Di 1.3., 20 Uhr, VVK: 27 Euro

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