Konzerte & Party

„Smith Westerns“ im Comet Club

SmithWesternsCullen Omori fühlt sich sicher geschmeichelt, wenn er alle Nase lang als Wunderkind bezeichnet wird. Die Begeisterung, die der junge Sänger mit den Smith Westerns in der Indie-Welt entfacht, fing 2009 an. Damals legte das Trio aus Chicago – neben Omori noch Bruder Cameron am Bass und Gitarrist Max Kakacek – sein Debütalbum vor: eine No-Budget-Scheibe voller scheppernd klingender Glamrock-Perlchen; hergestellt zu einer Zeit, als die Band noch die Schulbank des Colleges drückte.
Ohne nennenswerte Luftschnapper sind die Smith Westerns nun bereits mit ihrem zweiten Album unterwegs. Und noch immer sind die Kritiker zunächst mal über die zarte Jugend der Band verblüfft, deren Mitglieder mittlerweile immerhin 20 sind. Offenbar traut man Musikern mit Geburtsjahrgängen um 1990 nicht zu, derart unaufgeregt mit dem poppigsten Erbgut der Siebziger umzugehen sowie den melodieträchtigsten Ausläufern der Britpop-Ära. „In den Neunzigern war einfach jeder Chorus großartig!“, sagt Omori begeistert und benennt das Jahrzehnt gern als „Dekade des Chorus“. Kein Wunder, dass auf dem zweiten Album, „Dye It Blonde“, kein Song ohne erhebende Melodie vergeht, ohne jubilierende Chöre oder zumindest ein verzerrt heulendes Gitarrensolo, das man im Ohr behält. Vom krachenden Sound des Debüts ist die von Atmosphäre-Spezialist Chris Coady – bekannt für seine Arbeit für Beach House oder die Yeah Yeah Yeahs – produzierte Platte ziemlich weit entfernt. Aus den immer noch gut zu erkennenden Einflüssen aber machen die Smith Westerns weiterhin keinen Hehl. Am wichtigsten sei es, so dicht an den perfekten Popsong heranzukommen wie möglich, steckt Cullen Omori seine Ziele ab. Und wenigen geht dies so leicht von der Hand wie den Smith Westerns.Ulrike Rechel

Smith Westerns Comet Club, Di 23.8., 21 Uhr, VVK: 10 Ђ 

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