Konzerte & Party

Smoke Blow im SO 36

Smoke Blow

„Wir sind ja keine Business-Band, sondern eine Fan-Band“, sprachen Smoke Blow dereinst. Soll heißen: Die Formation aus Kiel ist spaßgetrieben. Bock, Bock und nochmals Bock soll es machen. Weswegen sie im vergangenen Jahr auch beschloss, mit dem Plattenaufnehmen und Tourenspielen aufzuhören: „Wir denken, dass wir unsere Spielfelder ziemlich abgegrast haben und schleichend begännen, uns ins musikalische Nirvana zu manövrieren.“ Offene Worte und stimmig obendrein: Auf ihren insgesamt sieben Alben wilderten Smoke Blow frei nach Schnauze und gut durchlüftet bei Wüstenrock und Death Metal, bei Hardcore-Punk und New Wave. „German Angst“ war einer dieser Streiche. Schon bei Veröffentlichung 2003 galt er als kommender Klassiker für harte Rockmusik aus Deutschland. Firlefanzfrei schreddern hier die Gitarren, uffta-uffta holzt das Schlagzeug, gekrönt von angesifften Hooklines, die zwischen die Augen treffen. Punch nennt man so was! Zum zehnjährigen Jubiläum der Platte spielen Smoke Blow nun ausgewählte Konzerte. Sie haben sich ja nicht richtig aufgelöst, sondern wollen auftreten, „wann immer wir Lust darauf haben“. Insofern ist mit einer von Hornissen im Hintern geplagten Band zu rechnen: Assige Sprüche, Rotz, Blut und Bier, immer gib ihm! Letztlich weiß aber selbst ein vermeintlicher Vorzeigeproll wie Bandleader Jack Letten ziemlich genau, was sich gehört. Immerhin arbeitet er als Kindergärtner. „Mit Kindern kam ich schon immer gut klar, weil sie für mich zu 100 Prozent den Geist des Punkrock verkörpern“, erklärte Letten einmal. „Sie sind schnell zu begeistern, spontan und unkompliziert.“ Keine Spaßverderber eben.

Text: Roy Fabian

Foto: Sandra Hermannsen

Smoke Blow + Memoriez, ?SO?36, Sa 21.12., 20 Uhr, VVK: 16 Euro + Gebühr

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