Konzerte & Party

Snoop Dogg in der Columbiahalle

Snoop Dogg

Rein nach Faktenlage kann es sich bei ihm eigentlich nicht um einen sympathischen Zeitgenossen handeln. In Snoop Doggs Lebenslauf liest man von Gangster- und Zuhältervergangenheit, Gefängnisaufenthalten, Einreiseverboten und Drogengeschichten. Geschadet hat dem Kalifornier das alles aber nicht. Niemand ist ihm am Ende richtig böse gewesen, weil er es mit seiner entspannten, von üblicher Rap-Macho-Attitüde losgelösten Art immer wieder schafft, ironische Distanz zu seiner Rolle aufzubauen. Anders als andere Rapper, die grimmig und maliziös wirken, besitzt Charakterkopf Snoop Entertainer-Qualitäten. Das ist auch der Grund dafür, warum er nach knapp zwanzig Jahren noch immer im Geschäft ist.
Momentan sieht es so aus, als könne ihm nicht mal die schwere Krise im HipHop etwas anhaben. Auftritte wie zuletzt an der Seite von Katy Perry oder Gorillaz erhöhen sein Crossover-Potenzial. Das gilt erst recht für den Hit „Sweat“. Das Ballermann-Ding geht aufs Konto von Techno-Produzent David Guetta und ist mit seinen Breitwand-Synthesizerklängen aus der Großraumdisco eine einzige Nervensäge. Auf dem Album „Doggumentary“ gleicht er den Fauxpas aber mit Gastbeiträgen von Willie Nelson, Bootsy Collins und John Legend aus. Snoop plädiert für Offenheit nach allen Seiten hin. Das kann er sich auch leisten, seitdem er kreativer Direktor bei der Plattenfirma Priority Records ist und so viel Macht wie noch nie besitzt.

Text: Thomas Weiland

Snoop Dogg, Columbiahalle, Di 12.7., 20 Uhr, VVK: 37 Euro

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