Konzerte & Party

Snorre Schwarz im Haus der Sinne

Snorre SchwarzAls vielseitiger Trommler, der für jazzaffinen Punk (Die Fremden), Klezmer-Beats (Di Grine Kuzine) und Singer/Songwriter-Pop (u.a. Katharina Franck) gleichermaßen Gespür zeigt, ist er seit Jahren im Berliner Musikleben fest verankert. Nun hat sich Snorre Schwarz eine Schiebermütze aufgesetzt und überrascht auf seiner ersten Solo-CD „Petit Berlinois“ mit romantischer Song-Poesie. Die intoniert er so sanft, dass man unwillkürlich an die Berliner Chansonszene der 90er Jahre denken muss. Dabei verzichtet er fast ganz auf perkussive Elemente und lässt dafür seine zwei Mitstreiter Aidan Bartely (E-Gitarre) und Florian Grupp (Keyboards) umso mehr zur Geltung kommen. Eine Reduktion, die bei vaudevilleartigen Stücken wie dem necki­schen Titelsong gut funktioniert. Bei somnambulen Streifzügen „Im Wald“ oder „Am Rande der Nacht“ folgen die dominanten Orgel-Parts jedoch einer Artrock-Dramaturgie, die ohne Bass und Becken
etwas unentschlossen wirkt. Der stilisierte Großstadtflaneur steht ihm da besser.

Text: Markus von Schwerin

Snorre Schwarz, Haus der Sinne, Do 17.12., 21 Uhr, AK: 8/10 Euro

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