Konzerte & Party

Soap & Skin in der Volksbühne

soapSkin_c_HelmutWolech„Vater“ heißt das Eröffnungsstück des neuen Mini-Albums von Anja Plaschg. Darauf singt die Songschreiberin, die sich Soap & Skin nennt, erstmals in der Muttersprache, eingefärbt mit alpenländischem Kolorit. Überraschend sind auch die weichen Dur-Harmonien, die sie am Klavier anschlägt – wo man die Steierin mit dem dunklen Mädchentimbre doch für jugendlich-schwarzen Existenzialismus kennt. Mit Tod und Unwiederbringlichem musste Plaschg sich plötzlich konkret auseinandersetzen, als im Sommer 2009 – mitten im Trubel um ihren Erstling „Lovetune For Vacuum“ – der Vater starb. Die Grenze zwischen der unheimlich begabten Bauerntochter aus der österreichischen Provinz und der stilisierten Künstlerpersona, die auf Fotos aussah wie eine bleiche Fantasiefigur aus Tim Burtons „Sleepy Hollow“, scheint sich hier aufzulösen. Das Abschiedslied für den Vater bleibt denn auch nicht warm und zart. Die Stimmung kippt, schlägt um in Dramatik; die Klavierharmonien kühlen aus, Plaschgs Mädchenstimme wird massiver, bis zum Aufschrei inmitten einer Explosion aus Streichern und Laptop-Geheul. „Narrow“ heißt die CD, die doch kein reguläres Album sein soll, eher ein Zwischenspiel, das Plaschg dieser Tage mit achtköpfigem Ensemble vorführt. 

Text: Ulrike Rechel

Foto: Helmut Wolech

Soap & Skin mit Ensemble Volksbühne, So 12.2., 20 Uhr, VVK: 26 Ђ (erm. 22 Ђ)

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