Konzerte & Party

Social Distortion

Social Distortion

Auch Punkrocker werden irgendwann alt und gemäßigt. Bei Social Distortion, deren Frontmann Mike Ness stramm auf die 50 zumarschiert, ist es nicht anders. Sieben Jahre lang haben Fans des seit über drei Jahrzehnten aktiven kalifornischen Punk-Urgesteins auf das neue Album „Hard Times and Nursery Rhymes“ gewartet und bekamen schließlich ein reichlich zahnloses Werk in die Hände. Ness fungierte erstmals auch als Produzent und lässt akustisch durchschimmern, was er unlängst in Interviews erzählte: Er hat zu innerer Ruhe gefunden, will nicht mehr hasserfüllt und wütend sein. Entsprechend gemäßigt ist die Platte, die sich nach wie vor an Rock’n’Roll, Country und Blues orientiert, dabei aber mehr nach Bruce Spring­steen klingt als nach dem bandtypischen Punk der frühen 80er-Jahre. Echte musikalische Kanthölzer hatte die Band zwar nie im Repertoire, doch so sanft wie jetzt hat man Ness, dessen unverwechselbare Reibeisenstimme wie kaum eine andere das drogenreiche Leben eines Rockstars widerspiegelt, noch nie gehört: „The birds are singing and the skies are blue/It’s just me and you.“ Das ist hart, jedoch in einem völlig anderen Sinn, als man es sich wünscht. Die Konzerte und Zusatzshows in Deutschland waren dennoch im Nu ausverkauft.

Text: Nadine Kleber

Mehr über Cookies erfahren