Konzerte & Party

Soko im Bi Nuu

Soko

Eigentlich hatte sich Stйphanie Sokolinski schon auf anderem Gebiet eingearbeitet. Seit den frühen Nullerjahren spielte sie regelmäßig in französischen Filmen. Es waren keine bekannten Streifen, aber einen Fuß in der Tür hatte sie. Dann veröffentlichte sie 2007 aus heiterem Himmel die Single „I’ll Kill Her“, die viel Aufsehen erregte. Da war eine junge Frau, die ihrer Rivalin wirklich mal richtig ins Gesicht sagte, was sie von ihr hält. Sokolinski, die sich der Einfachheit halber Soko nennt, schrieb weitere Songs, vom Umfang her wäre ein Doppelalbum möglich gewesen. Aber dann bekam es diese offenbar nicht ganz einfache Person mit der Angst zu tun. Sie fühlte sich von der Musik­industrie unter Druck gesetzt und wollte aussteigen. Zum Glück war das nicht völlig ernst gemeint. Vor wenigen Wochen erschien Sokos Debütalbum „I Thought I Was Alien“, das man unbedingt gehört haben sollte. Einmal deshalb, weil sich an der direkten Ansprache nichts geändert hat und man viel über die Sängerin selbst erfährt. So gibt sie zum Beispiel offen zu, ein Freak zu sein. Gut ist das Album zudem, weil es von der besten Musik beeinflusst ist, die es je gegeben hat. Von Velvet Underground, Mazzy Star, den ruhigen Stücken von Jesus & Mary Chain und von Folk-Barden. Und noch etwas wirkt überaus anziehend: Wenn Soko genüsslich den französischen Akzent betont und „destrücshin of zer disgüsting ögly ’ate“ singt, hört sich das verdammt reizend an.

Text: Thomas Weiland

Foto: Ilaria Orsini

Soko, Bi Nuu, Sa 31.3., 20 Uhr, VVK: 14 Euro

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