Konzerte & Party

Soko im Gretchen

Soko

Platinblondes Haar hat Soko jetzt und schaut damit so aus als wäre ihr Papa Andy Warhol. Nicht nur räumlich ist die 28-jährige Soft-Punkerin von Paris nach Kalifornien umgezogen – auch musikalisch hat sich was bewegt: Ihre Fender-Gitarre stellt Soko auf maximalen Hall. Keyboards, Drums und Bässe, die sie selbst einspielt, geben den Songs auf der neuen Platte „My Dreams Dictate My Reality“ mehr Drive als den morbide schönen Folkballaden des Debüts 2012. Das klingt nach einer Prise 80er-Jahre-Goth. Fürs betörende Duett „Lovetrap“ hat sich Soko Lo-Fi-Zauberer Ariel Pink mit aufs Segelboot geholt. Auf Sokos sinnliche Stimme ist natürlich nach wie vor Verlass. Deshalb hatte Spike Jonze sie ja auch neben Scarlett Johansson als Sprechstimme für den Oscar-Erfolg „Her“ engagiert. Sehen kann man Soko darin so wenig wie im viralen Youtube-Hit „First Kiss“ mit ihrem Song „We Might Be Dead by Tomorrow“. 100 Millionen (!) Klicks für Leute, die sich eben noch nicht kannten und dann zaghaft freudig knutschen. Wenn man Soko dann aber mal auf der Bühne sieht, sollte man sich auf allerlei gefasst machen: Räder schlägt sie und zieht auch mal das Top aus, um oberkörperfrei „Who Wears the Pants??“ zu performen, den „absolut lesbischsten Track, den ich jemals geschrieben habe“, wie sie sagt.

Text: Stefan Hochgesand

Foto: Robin Black

Soko, Gretchen, Obentrautstr. 19-21, Kreuzberg, So 12.7., 20 Uhr, VVK: 18 Euro zzgl. Gebühr

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