Konzerte & Party

Solomon Burke im Kesselhaus

Solomon Burke„Solomon!“, brummte es vom Himmel herab, „geh hinaus und sing zu den Leuten.“ Und der junge Solomon ging und sang mit der süßesten, wärmsten, gottlobpreisendsten Stimme, die die Welt je gehört hat. Dies begab sich im Jahre des Herren 1960. Schon als Siebenjähriger predigte Solomon Burke in der familieneigenen Kirche und moderierte seine eigene Gospelshow beim lokalen Radiosender. Seine Hinwendung zur weltlichen Musik und ein Vertrag bei Atlantic Records sollten ihn unsterblich machen.
Mit Hits wie „Cry To Me“ und „Everybody Needs Somebody To Love“ definierte der Soulpionier für Generationen nach ihm, wie sich das Genre anzuhören hat. Neben Sängern wie Otis Redding, Sam Cooke und Wilson Pickett prägte er den Goldstandard des Soul, er ließ Blues, Gospel und ein wenig Country in seine beseelten Balladen und Midtempo-Nummern einfließen, und die Rolling Stones, Eric Clapton und Led Zeppelin, auf deren Aftershowparty nach dem letztjährigen Konzert zu Ehren von Atlantic-Gründer Ahmet Ertegün er auftrat, dankten es ihm. Sein großes Comeback feierte Burke, der in den 80er und 90er Jahren etwas in Vergessenheit geriet und sich in dieser Zeit als erfolgreicher Betreiber eines Bestattungsinstitutes etablierte, 2002 mit dem Album „Don’t Give Up„, für das u.a. Elvis Costello und Tom Waits Songs beisteuerten. Heute zelebriert der 69-jährige Burke genüsslich sein Image, größer als das Leben zu sein. Was wohl aus seiner beachtlichen Leibesfülle, dem prächtigen Thron, auf dem er während der Konzerte Platz nimmt, und seinen 21 Kindern und derzeit 90 Enkeln, Urenkeln und Ururenkeln resultiert, ganz sicher jedoch auch aus seiner Gabe, Lieder aus den Tiefen seiner Seele direkt ins Herz der Hörer zu befördern.

Text: Jacek Slaski

Solomon Burke, Kesselhaus, Fr 14.8., 20 Uhr, VVK: 42 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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