Konzerte & Party

Son Lux im Bi Nuu

Son Lux

Vor ein paar Wochen packte Ryan Lott seine Koffer und den Hund und zog aus seiner Heimat Indianapolis nach Brooklyn. Es macht einfach mehr Sinn für den Musiker mit den vielen Projekten, seine Schaltzentrale nach New York zu verlegen. Schließlich ist er dort seit Langem ein gefragter Mann als Komponist für Tanztheatertruppen, für Klassik-Grenzgänger wie das Kammerensemble yMusic oder an der Seite von Freunden wie Sufjan Stevens, mit dem er die Band s / s / s betreibt. Nebenbei ist der Soundbastler gut im Geschäft als Soundtrack-Komponist. Die Hauptsache aber ist sein Soloprojekt Son Lux. „Lanterns“ heißt das dritte Album, auf dem sich eine digitale Sinfonie eröffnet: So überbordend wirken die Songs, in denen der 24-Jährige Klänge von Streichern, Blechbläsern, Chören oder auch mal einer tremolierenden Mandoline durch die Programme seines Computers schickt und aus den kleinsten Einzelteilen ein komplexes Schichtwerk auftürmt, häufig mit skurril verstolperten Rhythmen. Seine Gesangsstimme versteckt Lott ebenfalls hinter Effekten des digitalen Werkzeugkastens, doch überträgt sich die hohe Gefühlsladung in seiner Kehle, die eine ähnliche Soulfärbung besitzt wie etwa Woodkid oder Londons SBTRKT. Nur schlüssig, dass Lott sein Studio als „mein Hauptinstrument“ bezeichnet. Das hat bei dem Allein-Arbeiter zu einigem Respekt vor Live-Auftritten geführt: „Auf die Bühne zu gehen ohne mein eigentliches Hauptinstrument ist ungefähr so, als wäre ich ein Gitarrist, auf den da oben keine Gitarre wartet.“

Text: Ulrike Rechel

Son Lux + Kate Boy + Youthkills, ?Bi Nuu, Di 14.1., 21 Uhr, kostenlose Gästeliste via www.introducing.de

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