Konzerte & Party

„Spain“ im Lido

Spain_c_dave_nazAuch Josh Haden hat eine wilde Vergangenheit. Seine erste Band hieß Treacherous Jaywalkers, war beim Kultlabel SST untergebracht und fiel mit einer grausam falsch gesungenen Version von Madonnas „La Isla Bonita“ auf. Mitte der Neunziger hörte sich das schon ganz anders an. Mit seiner nächsten Band Spain zog es den Sohn von Jazzbassist Charlie Haden in die genau entgegengesetzte Richtung. Er flüsterte vorsichtig, die Gitarre wurde zart gezupft und mit dem Rhythmus ging es sehr, sehr langsam voran. Schon standen die ersten Bewunderer auf der Matte. Das „Spiritual“ vom Debütalbum „The Blue Moods Of Spain“ wurde durch eine Version von Johnny Cash und später durch eine weitere der Soulsavers geadelt, die Mark Lanegan sang. Es folgten noch zwei Spain-Alben, die auch ihre Qualitäten hatten, am Ende aber untergingen. Man konnte es Haden nicht verübeln, dass er danach erst mal keine Lust mehr hatte. Erst vor fünf Jahren unternahm er einen neuen Anlauf mit anderen Musikern. Nun, da das vierte Album „The Soul Of Spain“ vorliegt, werden diejenigen überrascht sein, die erwartet hatten, dass Haden treu ergeben am Slowcore des ersten Albums festhält. Es gibt jetzt Stücke, die sich kräftiger anhören, voller arrangiert sind und mehr Dynamik besitzen. Haden singt jetzt sogar richtig. Die gewisse Magie, die schon immer in dieser Band steckte, bleibt dabei aber immer erhalten. Leute, die ein Faible für Low, Sparklehorse oder Lambchop haben, werden es zu schätzen wissen. 

Text: Thomas Weiland

Foto: Dave Naz

Spain Lido, Do 17.5., 21 Uhr, VVK: 17 Ђ

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