Art-Pop

Sparks im Columbia Theater

Die Sparks gibt’s seit fast einem halben Jahrhundert. Trotzdem ist ihr Denken frisch

Foto: Wiz Pro

Wie kommt das Flusspferd in den Swimming-Pool? Nun, die kurze Antwort: Für die Brüder Ron and Russell Mael alias Sparks gibt es wenig, was man nicht zusammendenken könnte. Und so ziert das Cover ihres neuen Albums „Hippopotamus“ ein Gruppenbild mit Flusspferd im knallblauen Pool. Gegründet vor fast 50 Jahren in Los Angeles als Halfnelson und seit 1972 unter heutigem Namen unterwegs, haben Sparks in ihrer langen Geschichte ironischen Art-Pop geschaffen, der aus Glam und orchestralem Pomp ebenso schöpft wie aus Avantgarde, New Wave und Dancefloor-Trash.
Zu Anfang ihrer Karriere eiferten sie englischen Band nach, bewunderten etwa die Kinks. Bei einer Tour durch Großbritannien blieben sie 1973 für ein paar Jahre in London hängen und hatten dort ihren wohl größten Hit, das theatralische „This Town Ain’t Big Enough For Both of Us“. Ihr Repertoire erweiterten sie ständig, der Disco-Produzent Georgio Moroder wurde ein zentraler Einfluss. Ihrerseits prägten sie ebenfalls viele Künstler: In den 1980er Jahren etwa Morrissey oder Heaven 17, erst unlängst kollaborierten sie mit Franz Ferdinand.
Sie erfanden sich immer wieder neu und blieben dabei wiedererkennbar, das aktuelle Album klingt jedenfalls ganz nach den Sparks. Und zum Flusspferd im Pool erklärten sie kürzlich im Live-Chat des britischen Guardian, in dem sie sich als geduldige Deuter ihres Werks präsentierten: „Wir lieben es, Szenarien zu entwerfen, bei denen sich der Betrachter überlegen muss: Was ist fünf Minuten zuvor passiert? Was passiert gleich? Das Visuelle ist Teil unseres Konzepts.“

Columbia Theater Columbiadamm 9–11, Kreuzberg, Di 12.9., 20 Uhr, VVK 36,50 €

 

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