Punk

Spermbirds im Schokoladen Mitte

Danke, US-Army! Die altgedienten Spermbirds sind einfach nicht totzukriegen

Dass die amerikanischen GIs, die zu BRD-Zeiten in Deutschland stationiert waren, einen gehörigen Beitrag zur hiesigen Popkultur geleistet haben, das ist Allgemeinwissen. Man denkt dabei allerdings in erster Linie an den Import von Rock’n’Roll, Blues oder Country. Aber auch eine der wichtigsten Hardcorepunk-Bands verdankt dieses Land einem im Pfälzischen gestrandeten GI: Die Spermbirds, verantwortlich für zahlreiche Skatepunk-Hits und für eine der besten Punkplatten der 80er-Jahre („Something To Prove“, 1986), wurden geprägt von Sänger Lee Hollis, der 1982 als Grafiker der US-Army ins beschauliche Kaiserslautern versetzt wurde. Ein Jahr später gründete Hollis die Spermbirds. Nicht nur als deren Frontmann, auch als Sänger der Bands Walter Elf und Steakknife sowie als Buch- und Fanzine-Autor wurde der GI aus Alabama zum Protagonisten der deutschen Subkultur.

Warum wir das hier alles erzählen? Nun, die Spermbirds spielen mal wieder in Berlin! Zwar haben sie in den vergangenen 20 Jahren nur zwei Studioalben veröffentlicht, aber das hält sie nicht davon ab, gelegentlich aufzutreten. Auf den flott runtergebretterten Punk mit dem quäkenden Gesang von Lee Hollis dürfen sich vom Skateboardfahrer („My God Rides Skateboard“) bis zum Szeneaußenseiter („You’re Not A Punk“), vom Provinzhasser („No Punks In K-Town“) bis zum Arbeitsverweigerer („Shit Job“) alle freuen. Der Spiel-die-alten-Hits-Faktor dürfte hoch sein, die Spermbirds kommen Wünschen nach Singalong-tauglichen Stücken gerne nach.

Schokoladen Mitte Ackerstr. 169, Mitte, Fr 24.8., 18.30 Uhr, Vorgruppe: Duesenjaeger, VVK 10 €

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