Konzerte & Party

Spoon im Frannz

SpoonDas erste Jahrzehnt des neuen Millenniums liegt hinter uns, die Resümees sind gezogen. Eine Statistik des Internetdienstes Metacritic muss aber noch nachgeliefert werden. Dessen Betreiber haben nämlich herausgefunden, dass Spoon von allen Bands in den Nullerjahren im Gesamtschnitt die besten Al­bumkritiken erhalten haben. Das ist absolut nachvollziehbar. Man wird im Indie-Rock kaum eine Band entdecken, in der mehr kreative Energie rumort.
Sieben Alben haben die Herren aus Austin, Texas, insgesamt eingespielt, nie war man sich vor ihrem Erscheinen sicher, was einen erwartet. Ständig sprangen Spoon stilistisch von einem Punkt zum anderen, ohne durcheinander, überclever oder avantgardistisch zu wirken. Nie richteten sie sich nach dem Trend. In den 90ern, als sich alle an Grunge oder Britpop orientierten, suchten sich Spoon einen Namen aus, der auf Can anspielt. Bis heute kosten sie ihren Exotenstatus mit Anspielungen auf die magische Monotonie des Krautrock voll aus. Dass sie einen Song „Rhythm & Soul“ genannt haben, sollte man ebenfalls als Hinweis verstehen. Der Groove ist bei Spoon nie weit weg und Sänger Britt Daniel verkörpert Seele auf seine Art. Bei ihm denkt man immer an einen Zwitter aus Billy Joel und dem Sänger von Cake.
Inzwischen stehen beileibe nicht nur Kritiker auf der Seite der Band. Das neue Album „Transference“ ist schon das zweite, das in die amerikanischen Top 10 eingestiegen ist. Der Club, in dem Spoon jetzt in Berlin spielen, müsste für sie nach objektiven Maßstäben eigentlich viel zu klein sein. Trotzdem riecht man förmlich, dass die Band jetzt nicht mehr weit vom Durchbruch entfernt ist.        

Text: Thomas Weiland

Spoon, Frannz, Sa 20.2., 20 Uhr, ausverkauft

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