Konzerte & Party

St. Vincent im Postbahnhof

St. Vincent

Wer mit Annie Clark alias St. Vincent sprechen will, sollte ein Thema dringend meiden: Frauen und E-Gitarren. Die Unlust, über ihr Stamminstrument zu erzählen, das sie spielt, seit sie zwölf ist, lässt sich nachvollziehen. Clark zählt zu den profiliertesten Musikern ihrer Generation, doch meist wird sie in der männlich dominierten Rockwelt nur als drollige Exotin wahrgenommen. Lieber spricht die 31-Jährige über ihre fast schon obsessive Produktivität: In kaum sechs Jahren hat sie vier Alben vorgelegt, 2013 kam zudem ein hochgelobtes mit David Byrne hinzu, den Großteil des Jahres verbringt die Wahl-New-Yorkerin auf Tour. „Ich brauche keine Auszeiten“, sagt die Frau bestimmt, die sich zurzeit eine grau gefärbte Elektroschock-Frisur stehen lässt. „Ich fühle mich nach einer Platte oder einer Tour nicht verausgabt, sondern ziehe daraus neue Energien.“ Ihr jüngstes Album klingt nun so, als habe sie die quirligen Strukturen und harten Kanten des Vorgängers „Strange Mercy“ mit dem leichtherzigen Artpop ihres Projekts mit Byrne verkuppelt. Bei aller Fantastik spürt man dem selbst betitelten Album an, dass in ihren Storys über verrückte Lover, hingebungsvolle Mütter und gefahrvolle Begegnungen mit Giftschlangen viel Persönliches steckt. „Es geht in vielen Songs um das Gefühl, sich ganz verbunden zu fühlen, aber auch um das Gegenteil davon“, erzählt sie. „Das Gefühl ist mir nicht fremd, besonders da mein Leben derart in Bewegung ist. Es ist schwer für mich, sich an Dingen festzuhalten, auch an Beziehungen. Einerseits ist es eine sehr reichhaltige Art zu leben, andererseits bringt sie Einsamkeit mit sich.“ Das ungute Gefühl lässt sich offenbar am besten auf der Bühne vertreiben.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Renata Ralaha

St. Vincent, Postbahnhof, Do 13.2., 20 Uhr, VVK: 18 Euro zzgl. Gebühr

Verlosung: 5 x 2 Tickets
E-Mail an [email protected], KW: St. Vincent, Einsendeschluss: 12.2.

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