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Starthilfe: Das Musicboard Berlin

Musik

Fraglich bleibt jedoch, ob ein Musiker von solch einer einmaligen Finanzspritze auch langfristig profitieren kann. Viele der Stipendiaten glauben ja: „Ich habe jetzt ein professionell aufgenommenes Album, das mir definitiv dabei helfen wird, einen Plattenvertrag zu bekommen“, meint die australische Loop-Pop-Künstlerin Phia. Mit dem Label „Stipendiaten des Musikboards Berlin“ könne man außerdem leichter auf eventuelle Partner zugehen, so Gregor Heinze und Laurids Richter. „Wir hoffen natürlich, dass sich die Musiker in der Zeit ein bisschen nach vorne bewegen“, sagt Lucker. „Es kann aber auch sein, dass es nicht funktioniert. Ich finde trotzdem, dass man es ausprobieren muss, den Künstlern auch direkt zu helfen, und nicht nur denen, die über die Künstler Geld verdienen.“
Weitaus schwieriger als „Karrieresprungbrett“ und „Stipendien & Residenzen“ gestaltet sich Lucker zufolge das dritte Förderprogramm. Unter dem Namen „Pop im Kiez“ werden Projektideen gesucht, die die Akzeptanz von Livemusik als Teil des urbanen Lebens erhöhen sollen. „Da haben sich am wenigsten beworben, weil das Thema so schwierig ist. Gleichzeitig ist es aber äußerst wichtig. Zu mir kommen viele Clubs, weil sie Probleme mit den Bezirken haben und umgekehrt“, berichtet die Musikbeauftragte.
MusikLucker ist zufrieden mit dem ersten Jahr Musicboard. Künstler, Clubszene, Musikwirtschaft, Politik – alle zeigen sich begeistert von der neuen Fördereinrichtung. Ein Spagat, der nicht einfach zu meistern ist. Besondere Bedeutung kommt dem Musicboard aber vor allem bei den Künstlern zu, für die die Institution weitaus mehr ist als nur ein Geldgeber. „Das Team ist total zugänglich und hilfsbereit“, meint Phia, „als Anlaufstelle für Berliner Musiker unterstützt es uns auf breiter Front“, ergänzen Heinze & Richter, „vor allem, weil das Musicboard so zielführend und unkompliziert arbeitet, ganz anders, als man es vielleicht zunächst erwarten würde. Da sitzen keine klassischen Verwaltungsbeamten, sondern Menschen aus dem Business.“

Text: Henrike Möller

Fotos: Thomas Max Müller, Uschi Dreiucker, La-Liana, Windorias / alle pixelio.de

Bewerbungsfristen für die Förderprogramme:
Stipendien & Residenzen: 15.3.
?Karrieresprungbrett: 1.2. und 1.6.
?Pop im Kiez: 1.2. und 1.6.

?Infos und Anträge unter www.berlin.de/musicboard

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