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Stefan Hochgesand kommentiert: Skinny Bitches

Stefan Hochgesand

Rapperin Nicki Minaj hat auf Twitter gerade eine Debatte losgetreten: Ihr top geklicktes Video für „Anaconda“ hätte, so Minaj, nominiert werden müssen für MTVs „Video des Jahres“. Wenn sie eine andere „Art“ Künstlerin wäre, so Minaj auf Twitter, wäre das auch passiert: „Schwarze Frauen beeinflussen die Pop-Kultur so sehr und werden dafür kaum belohnt.“
Rassismusverdacht im Pop-Business? Nicht nur! Der „Anaconda“-Song verflucht ja auch die „skinny bitches“ und wünscht sich „big fat ass bitches in the motherfucking club“. Die Ladys twerken ohne Macho-Rapper. Aber Hand aufs Herz: Letztlich zelebriert das Video dann doch sehr glatte Sex-Objekte. Auf dem Vinylteller nebenan drehen sich die Bananen. Dass sich hier emanzipierte Frauen vom Urteil der Männer lossagen? Na ja. Paar Kilos mehr auf der Hüfte? Höchstens zwei oder drei. Ein bisschen wohlfeile Kritik. Dann schaltet sich Taylor Swift bei Twitter ein, schreibt an Minaj: „Das steht dir nicht, Frauen gegeneinander auszuspielen!“ Nicht überall ist Diskriminierung am Start, nur weil jemand keinen Award einheimst. Björk sagte uns gerade im Interview, gute Musiker seien einfach gute Musiker, gleich welcher Sexualität. Ich möchte hinzufügen: gleich welcher Hautfarbe, gleich welchen BMIs. Bei allem Respekt: „Anaconda“, von einer tollen schwarzen HipHop-Künstlerin, ist einfach kein so famos politischer Clip, wie Nicki Minaj selbst es wähnt.

Text: Stefan Hochgesand

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