Konzerte & Party

Stefan Hochgesand: Licht aus, Spot an

Stefan Hochgesand

Cuts like a knife: Schmuserocker und Fotograf Bryan Adams mit seinen Atelierräumen in Oberschöneweide hat schon einige Wochen vor seinem großen Berlin-Konzert in der O2 World die weniger zartbesaiteten Herren von Rammstein porträtiert, straight from the heart. Wer Probleme damit hat, sich das Gespann dabei vorzustellen, wie sie nach dem Shooting beim Feierabendbier gemeinsam „Summer of 69“ grölen, sollte aufhorchen: Seit einer Woche sind die Ich-tu-dir-weh-Hardrocker so etwas wie die Nachfolger des cheerleadersüßen 24-jährigen Country-Pop-Girls Taylor Swift. Zumindest beim Online-Streaming-Dienst Spotify. Eigentlich Everybody’s Darling, hatte Taylor (von der es natürlich eine „Summer of 69“-Coverversion gibt) nämlich keine Lust mehr, bei Spotify gestreamt zu werden. Eine Pleite für die Schweden, denn gut jeder Zweite ihrer 40 Millionen Kunden hatte die schöne Pennsylvanierin auf der Playlist. Aber ein Coup für den Country, denn kurz danach ging Taylors Album „1989“ auf Platz eins der Charts, in England und auch in den USA. In Deutschland immerhin Platz vier. Für Country eine Reifeprüfung. Es stellt sich die schwedische Frage: Kaufst du schon oder streamst du noch? Seit einer Woche nun kann man bei Spotify jedenfalls Rammstein lauschen. Auch „Liebe ist für alle da“. Und das klingt doch fast nach Taylor. Und nach Bryan.

Mehr über Cookies erfahren