Konzerte & Party

Stephen Malkmus & The Jicks im Postbahnhof

Stephen Malkmus & The Jicks

Aus Sicht von Berlinern ist es nicht ohne Weiteres nachzuvollziehen, wie Stephen Malkmus seinen Umzug in die deutsche Hauptstadt begründet. Der Schritt, Portland fürs Erste gegen Berlin einzutauschen, sei für ihn ein reizvolles Experiment gewesen, „um aufzuhören, zu existieren“. Das klingt fast so, als sei dem früheren Pavement-Sänger die Heldenverehrung von Legionen nachwachsender Slacker-Bands zu viel geworden. In Schöneberg dagegen, wo der 47-Jährige in den letzten zwei Jahren mit Frau und zwei kleinen Kindern lebte, nahm offenbar niemand größer Notiz von dem Mann mit dem netten Gesicht und den ausgeprägten Kieferknochen. Inspirationen für neue Songs mit seiner zweiten Band The Jicks hat der gebürtige Kalifornier offenbar genug gefunden. Nebenbei verliebte sich Malkmus aber auch in Köln und führte im Dezember, nach zweimonatiger Probezeit, das Can-Album „Ege Bamyasi“ auf. Für das inzwischen sechste Album mit seinen Jicks, „Wig Out At Jagbags“, war auch noch Zeit: In einem Haus in den Ardennen entstand ein vergnügt-humoriges Album voller windschiefer Rock’n’Roll-Melodien, Wortspiele und versonnener Malkmus’scher Gitarreneinlagen. Ab und an wirft die Lo-Fi-Ikone einen Blick zurück auf die eigene Sozialisation: „We grew up listening to the music from the best decade ever“, singt der Lou-Reed-Verehrer in „Lariat“ zufrieden – und ist dabei doch selbst einer, der mit seiner entspannten Antihaltung eine ganze Band-Generation geprägt hat.

Text: Ulrike Rechel

Foto: @LeahNash.com

Stephen Malkmus & The Jicks + ?The Megaphonic Thrift, ?Postbahnhof, Mo 27.1., 20 Uhr, ?VVK: 20 Euro zzgl. Gebühr

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